Der TSV Weilheim enttäuscht gegen Underdog Schnaitheim – Rückschlag für den VfL Kirchheim bei Liganeuling Waldstetten
Frühstücksderby als Appetithappen

Frust gegen Enttäuschung, so lautet die Paarung beim großen Frühstücksderby am kommenden Sonntag an der Jesinger Allee. Der VfL Kirchheim schiebt Frust, weil er nach zwei Siegen bei Aufsteiger Waldstetten wieder einen Einbruch erlebte (0:3). Lokalrivale TSV Weilheim muss das enttäuschende Unentschieden gegen den Abstiegskadidaten TSG Schnaitheim (3:3) verkraften.

Kirchheim. „Dolce Vita“ heißt das Vereinslokal im Lindachstadion. Doch von süßem Leben konnte beim Spiel gegen die Underdogs aus dem Brenztal (Calagan-Foto) keine Rede sein. Von der Teck her fegte ein heftiger, kalter Wind über den Kunstrasenplatz und erschwerte die Ballkontrolle, besonders in der Abwehr. In der Offensive kamen kaum flüssige Kombinationen zustande. Die Schnaitheimer lagen zweimal im Rückstand, aber Kapitän Marcel Kässmeyer trieb seine Jungs unablässig lautstark nach vorn. „Nehmt endlich die Finger aus`m A...!“ lautete einer seiner kessen Sprüche an die Adresse der Mitspieler. Er selber ging mit gutem Beispiel und dem Ausgleichstor zum 2:2 voran.

Weilheim legte sich zwar mächtig ins Zeug, wurde für den großen Aufwand jedoch nur mit einem Pünktchen belohnt. Nach fünf Heimsiegen ohne Gegentor musste Weilheims Torwart Bastian Treiber gleich dreimal hinter sich greifen, was dem TSV den Anschluss an das souveräne Führungstrio Essingen, Geislingen und Heiningen kostete. Wenig tröstlich war da, dass die Hübbe-Elf auch im zehnten Spiel nacheinander bei acht Siegen und zwei Unentschieden ungeschlagen blieb.

Spielleiter Günther Friess meinte: „Wir konnten die sonstige Leistung nicht abrufen.“ Er bemängelte vor allem die Fehler in der Abwehr „Wenn du gegen eine Mannschaft, die bisher die wenigsten Tore in der ganzen Liga geschossen hat, drei Treffer kassierst, ist das natürlich enttäuschend.“ Gegen den VfL Kirchheim hofft er auf Wiedergutmachung. Gelingt das, würde sich den Weilheimern in den folgenden beiden Heimspielen gegen die Mitkonkurrenten Heiningen und Geislingen die Chance eröffnen, den Fünf-Punkte-Rückstand wieder zu verringern.

Das Derby ist übrigens eine Premiere. Noch nie haben die beiden Nachbarklubs gegeneinander um Punkte gespielt. Immer hat der VfL in höheren Klassen gespielt. Jetzt, wo beide Vereine in derselben Liga spielen, haben sich die Voraussetzungen sogar umgekehrt. Norbert Krumm, Sportlicher Leiter der „Blauen“ sagt: „Die Favoriten kommen diesmal von der Limburg. Aber wir sind heiß aufs Derby und wollen Weilheim ärgern.“

Auch Kirchheim versäumte es, sich eine gute Ausgangsposition für den anstehenden Lokalkampf zu schaffen. Der VfL ließ sich in der ersten Halbzeit von den rustikalen Waldstettenern den Schneid abkaufen und lag bei Seitenwechsel 0:2 zurück. Dabei fiel die Vorentscheidung zwischen der 34. und 36. Minute. Beim Stande von 1:0 hatte Kirchheim die große Ausgleichschance. Fatih Özkaraman nahm einen Freistoß von Sascha Beck mit der Brust an, knallte aus der Drehung aufs Tor, doch Verteidiger Claudio Römer kratzte den Ball von der Linie. Zwei Minuten später fiel das 2:0.

Trainer Erol Sarikoc kritisierte in seiner Halbzeitansprache das mangelhafte Flügelspiel. Und handelte: Bezler und Kararmaz raus, Wagner und Cisterino rein. Von da an spielte fast nur noch Kirchheim, fand aber in dem schwergewichtigen Hünen Jürgen Morbitzer im gegnerischen Kasten seinen Meister. Meinte Krumm: „Abhaken. Ab Dienstag haben wir nur noch Weilheim im Kopf.“