Münsingen. Sechs Tage vor dem Weltcup-Rennen in Pietermaritzburg (Südafrika) war Manuel Fumic noch nicht in der Verfassung, die es ihm erlauben würde, mit den absoluten Topleuten wie Weltmeister José Hermida (Spanien) und dem Italiener Marco Fontana mitzuhalten. Durch einen Kettenklemmer in der ersten Runde kassierte Fumic einen kleinen Rückstand zur Spitze, in der nächsten 4,8-Kilometer-Schleife passierte ihm das noch einmal und der Zug für einen Klassiker-Sieg war damit abgefahren. Er hatte mehr als eine Minute Rückstand. Doch die Rundenzeiten, die er dann ablieferte, zeugten nicht unbedingt von absoluter Topform. Er fuhr zwar von Rang 14 noch auf Platz sieben nach vorne, doch die Bestzeiten von Hermida und Fontana erreichte er nie. „Ich bin nicht unzufrieden, auch wenn noch ein bisschen fehlt. Vom Gefühl her passt es, das war ein positives Zeichen“, bilanzierte er.
Den Sieg machten Hermida und Fontana unter sich aus, nachdem sie sich in der vierten von sieben Runden abgesetzt hatten. Ein Hinterrad-Defekt machte es dem Weltmeister unmöglich, seinen ersten Münsingen-Sieg zu landen. Er konnte aber trotzdem Fontanas Hinterrad halten und war im Ziel nur sieben Zehntel hinter dem Italiener (1.26,13 Stunden). Fumic hatte 2,22 Minuten Rückstand. Bester Deutscher war Jochen Käß (Bietenhausen), der als Fünfter 37 Sekunden Differenz zu Fumic’s Teamkollegen Fontana hatte.
Tags zuvor hatte Fumic im Sprint Rang fünf belegt. Im Finale, das Fontana für sich entschied, geriet er in einer Kurve mit Jochen Käß aneinander, sodass beide ihre Chancen einbüßten. „Das ist Sprint, da geht es zur Sache, ich mag das“, so Fumic.
Christian Pfäffle aus Neuffen schaffte im Junioren-Rennen den erhofften Sprung aufs Podest. Der Biker vom MTB Teck musste den späteren Sieger Jens Schuermans in der dritten von fünf Runden ziehen lassen, weil er in diesem Moment zwei andere Belgier vor sich hatte. „Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mitgehen können, zumindest eine Zeit lang. In der letzten Runde war ich aber am Anschlag“, sagte Pfäffle. Der zweite Belgier, Pieter Geluykens, setzte sich an einem Anstieg in der letzten Runde noch von Pfäffle ab und schloss zu Schuermans auf, der einen leichten Reifendefekt hatte. Schuermanns rettete eine halbe Radlänge Vorsprung ins Ziel, Pfäffle hatte als Dritter acht Sekunden Rückstand. Schuermans gilt dieses Jahr als einer der WM-Favoriten, insofern war das für Pfäffle schon ein guter Maßstab.
Der Kirchheimer Lukas Kuch (Radsport Fischer&Wagner) stieg in der dritten Runde aus dem U 23-Rennen aus. Marco Tippmann (Team Brügelmann) beendete die Konkurrenz in einem Feld von 130 Fahrern auf Platz 48 und war damit zufrieden. „Ich bin voll zufrieden, nur der Kettenklemmer in der letzten Runde hat mich noch ein bis zwei Minuten gekostet“, sagte Tippmann. Er verlor dabei drei Positionen.
Romy Schmid aus Holzmaden belegte in der Jugendklasse U 17 einen starken dritten Rang. Die Kirchzartenerin Anika Buhl war 33 Sekunden schneller und gewann mit 23 Sekunden vor der Österreicherin Franziska Niederacher. Katja Wolfer (Kirchheim) kam als Elfte mit 4,28 Minuten ins Ziel. Luca Schwarzbauer vom MTB-Teck lag nach einer von vier Runden auf Platz sieben, hatte dann aber ein technisches Problem, das ihn auf Rang 18 zurück warf. Bis zum Ende kämpfte er sich noch auf Platz zwölf, 2,47 Minuten hinter Lukas Baum (Neustadt).
Zuvor hatte sich der Kirchheimer Andi Vicic (Specialized) die Masterswertung der Bundesliga gesichert, die innerhalb des Uralan-Marathons ausgetragen wurde. „Das war mein Ziel, aber ich hatte Glück und bin mit der Spitzengruppe mitgekommen“, sagte Vicic. Später musste er zwar abreißen lassen, doch der Vorsprung gegenüber den Konkurrenten war schon groß genug. Als Zehnter rollte er mit 1,59 Minuten Vorsprung auf Stephan Schiele (Dischingen) ins Ziel.
Ralf Böhm (Weilheim/Team LadyBike.net) hatte Pech, als er nicht weit vor dem Ziel noch einen Reifenwechsel vornehmen musste. Bis dahin lag er noch an sechster Position. „Schade, heute war ich gut unterwegs“, meinte Böhm, der am Ende 13. wurde. Der Kirchheimer Sven Carstens belegte in der Marathon-Wertung Platz 118, der Weilheimer Jonathan Stiehler war als 561. auf Rang 14 bei den Junioren.
