Fußball-Oberliga: VfL winkt heute der vierte Sieg in Folge
Geistig frisch nach Freiberg

Der ganz große Druck ist seit dem 3:1-Sieg am Mittwoch in Reutlingen erstmal weg für die Oberligakicker des VfL. Mit einem Elf-Punkte-Polster auf die Abstiegszone geht‘s für den Tabellenneunten heute (15.30 Uhr) zum SGV Freiberg. Dort plant Trainer Rainer Kraft einmal mehr personelle Umstellungen.

Kirchheim. „Mens sana in corpore sano“ – dass einem gesunden Körper ein gesunder Geist innewohnen soll, hat auch Rainer Kraft längst erkannt. Nach dem 3:1-Erfolg seiner Mannschaft am Mittwochabend beim SSV Reutlingen, ordnete er für den Donnerstag kurzerhand trainingsfrei an. „Für die geistige Frische“, wie er begründet – an Kraft scheint ein echter Lateiner verloren gegangen zu sein.

Aus demselben Grund hat der 48-Jährige für den heutigen Kick des VfL in Freiberg wieder personelle Umstellungen in Aussicht gestellt. „Vor allem auf den laufintensiven Positionen könnte es Änderungen geben“, sagt er, „damit die Spieler mal verschnaufen und den Kopf frei bekommen können.“ Betroffen wären demnach die beiden zuletzt in Reutlingen als Flügelflitzer aufgebotenen Christian Kuhn und Abdul Akin und der zwischen Angriff und Mittelfeld pendelnde Uwe Beran. Alle drei pausieren zu lassen, ohne dabei an Schlagkraft zu verlieren – dies­ wähnt Rainer Kraft als großes Plus des VfL 2011. „Egal, mit welcher Aufstellung wir zuletzt gespielt haben, es hat geklappt. Da haben wir uns seit Saisonbeginn enorm verbessert.“

Lohn dieser Verbesserungen: nach dem dritten Sieg in Folge kletterte der VfL erstmals seit September wieder auf einen einstelligen Tabellenplatz (neun), will von dort aus noch höher hinaus. Vier Punkte trennen momentan von Rang drei – eine Aussicht, die gleichermaßen verlockend und tückisch ist. „Die Liga ist brutal eng beieinander“, weiß Kraft. Soll heißen: So schnell wie man der Gefahrenzone entkommen ist, könnte es bei entsprechend negativem Verlauf in den kommenden Spielen auch wieder nach unten gehen.

Erster Fingerzeig, wohin die Reise geht: das heutige Match beim SGV Freiberg, ein Gegner, gegen den Kirchheim eine ausgeglichene Bilanz aufweist. Seit dem Wiederaufstieg 2007 gab‘ sieben Duelle. Dreimal gewann der Verein für Leibesübungen, dreimal der Sport- und Gesangsverein, einmal trennte man sich unentschieden. Randnotiz: Christopher Eisenhardt und Ferdi Er sind die einzigen beiden VfL-Kicker, die in allen sieben Vergleichen dabei waren. Und auch ein anderer Kirchheimer hat beste Erinnerungen an den heutigen Gegner: Sturmtalent André Kriks kam vergangene Saison gegen Freiberg zu seinem ersten Oberligaeinsatz – dass es am Ende 0:3 aus VfL-Sicht hieß und die Niederlage im April 2010 den Anfang vom Ende der Ära Baumann einläutete, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Aktuell steht Freiberg auf Tabellenplatz elf, hat einen Punkt weniger auf dem Konto als der VfL. Nach zuletzt zwei Niederlagen gab‘s am Mittwoch einen 2:1-Sieg gegen die Stuttgarter Kickers II. Sein Debüt im SGV-Dress feierte dabei George Amartey (zuletzt Union Solingen, davor Fortuna Düsseldorf), der die Offensive des dienstältesten Oberligisten verstärken soll – seit zehn Jahren mischen die Freiberger ununterbrochen im baden-württembergischen Oberhaus mit, waren dabei auch immer wieder Anlaufstation für Kirchheimer Kicker: Manuel Hartmann, Panagiotis Deligiannidis, Antonio Tunjic und zuletzt Selim Altinsoy haben bereits das Trikot beider Teams getragen.