Kirchheim. Diesmal war es ein Wochenende nach Maß aus Sicht der Kirchheimer. Durch die beiden zeitgleichen Niederlagen von Gotha und Paderborn kletterten die Knights am Samstagabend vom 15. auf den 13. Tabellenplatz. Der Kampf gegen den Abstieg bleibt jedoch unverändert spannend und für die Knights brandgefährlich. Bereits am kommenden Wochenende kann sich das Blatt wieder wenden. Dann müssen die Kirchheimer zum Tabellenführer nach Vechta, während Paderborn auf das Schlusslicht aus Leipzig trifft.
Die erste Überraschung gab es am Samstag schon vor Spielbeginn: Besnik Bekteshi vom Erstligisten aus Ludwigsburg lief in der Sporthalle Stadtmitte im Knights-Trikot auf, nachdem die Neckar-Riesen erst heute Abend in Bamberg antreten müssen und daher am Samstag spielfrei waren. Der gebürtige Kirchheimer wurde neben Smallwood zum entscheidenden Mann dieses Spiels. Von Frenkie Ignjatovic direkt in die Startformation berufen, setzte Bekteshi Gäste-Spielmacher Aaron Cook von Beginn an derart unter Druck, dass sich Essen mit einem geordneten Spielaufbau schwertat. Davon profitierte vor allem Marcus Smallwood, der bereits im ersten Viertel neun Punkte erzielte.
Ignjatovic überraschte die Essener mit einer Zonenverteidigung, wie sie die Knights in dieser Saison noch nicht gespielt hatten. „Wir haben uns ein paar Wochen darauf vorbereitet, dieses System zu spielen. Das erste Mal haben wir es gegen Karlsruhe versucht, aber schnell erkannt, dass wir nacharbeiten müssen. Heute sah das schon viel besser aus“, freute sich der Trainer nach Spielende. Tatsächlich zeigte sich der Gegner lange Zeit ratlos. Da aber auch die Offensive der Ritter nicht so richtig ins Rollen kam, ging es mit einer knappen 18:14-Führung für die Kirchheimer in die Viertelpause.
Die Partie blieb eng. Knapp fünf Minuten vor der Halbzeit gelang Bekteshi der erste Punkt im Kirchheimer Trikot in dieser Saison. Der Startschuss zu einer Serie mit fünf Punkten des Kirchheimers. Die Knights setzten sich erstmals auf über zehn Punkte ab, doch zwei individuelle Fehler in der Verteidigung ließen den Vorsprung zur Pause auf 35:28 schrumpfen.
Auch in der zweiten Hälfte hatten die Gastgeber meist die bessere Antwort. Chris Alexander sorgte nun für Entlastung im Angriff und besorgte mit zwei Freiwürfen das 52:42, bevor es in den Schlussabschnitt ging. Dort machte sich erstmals das Verletzungspech und der damit verbundene Kräfteverschleiß bei den Hausherren bemerkbar. Dominik Schneider und Cedric Brooks fehlten ganz, Kapitän Radi Tomasevic stand wegen seiner Knieprobleme nur wenige Minuten auf dem Spielfeld. Bekteshi, Smallwood, Adeberg und Alexander waren damit jeweils deutlich über 30 Minuten im Einsatz. Selbst Justin Stommes, der im dritten Viertel nach einem Zusammenprall pausieren musste, kam fast auf eine halbe Stunde Spielzeit.
Liga-Topscorer Logan Stutz brachte sein Team bis auf vier Punkte heran und die Knights zeigten plötzlich Probleme im Abschluss. Justin Stommes, der bis zu diesem Zeitpunkt erst zwei Zähler auf seinem Konto hatte, war es, der plötzlich traf. Er brachte in dieser Phase der Mannschaft die nötige Sicherheit zurück. Seine zehn Punkte in den letzten Minuten des Schlussviertels brachten die Entscheidung.
„Die Trainingswoche war aufgrund der Verletzungen katastrophal, es ist nur dem Willen dieser Mannschaft zuzuschreiben, dass wir heute gewonnen haben“, meinte Coach Frenkie Ignjatovic im Anschluss an die Partie. Am Samstag treffen die Kirchheimer in Vechta auf ihren alten Trainer Pat Elzie. Ein enorm harter Brocken für die Knights. Im Anschluss daran geht es in die „Woche der Wahrheit“. Innerhalb von sieben Tagen treffen die Knights auf Crailsheim, Leipzig und Ehingen. In diesen Spielen wird eine Vorentscheidung im Abstiegskampf fallen.tb/cs
