Kirchheim. Titel für das morgige Duell gibt es viele. Die BG Göttingen, die bereits vor der Saison als absoluter Aufstiegskandidat galt, trifft in Kirchheim auf das bisherige Überraschungsteam der Saison. Die finanzstarken Niedersachsen, die über jede Menge etablierte Spieler verfügen, gastieren bei einer Knights-Mannschaft, die nach einer wahren Seuchensaison im Wiederaufbau steckt. Das Aufeinandertreffen der beiden Teams hält also alles bereit, was man sich als Basketballfan wünschen kann.
Kirchheims Korbjäger sind dabei weiterhin hungrig auf Siege. Auswärts noch ohne Niederlage, schmerzen die Rittertruppe die beiden Niederlagen vor heimischem Publikum noch immer. „Wir konnten zu Hause nur gegen Jena zeigen, dass wir ein starkes Team sind. Auch gegen Gotha haben wir nicht gut gespielt. Das wollen wir unbedingt ändern“, weiß Point-Guard Bryan Smithson, der aufgrund einer starken Oberschenkelprellung drei Tage mit dem Training aussetzen musste.
Beim Tabellenführer aus Göttingen ist man mit dem bisherigen Saisonverlauf durchaus zufrieden. Mit 14 Punkten steht man an der Tabellenspitze, musste nur eine Niederlage in Gotha einstecken. Chef im Göttinger Spiel ist der bundesligaerfahrene Aufbauspieler Marco Grimaldi. Von seinen Anspielen profitieren zumeist die US-Amerikaner Ruoff (17,8 Punkte pro Spiel), Mallet (15,1) und Kamp (11,9). Doch auch der weitere Kader bringt alles mit, was eine Spitzenmannschaft der Pro A benötigt.
Es wird also auf Kirchheims Defensive ankommen, um die Gäste zu stoppen. Mut macht dabei die Tatsache, dass die Abwehr bislang ein Trumpf der Knights war. Die kompromisslose und energische Verteidigungsarbeit ist neben dem Teamgeist die Stärke der Mannschaft von Trainer Frenkie Ignjatovic. Vor allem in den entscheidenden Spielphasen scheinen die Teckstädter immer noch einen Gang höher schalten zu können. „Das Spiel gegen Göttingen ist eine richtige Bewährungsprobe für unsere Truppe“, weiß Ignjatovic, der jedoch vor zu viel Euphorie warnt. „Wir haben viele enge Spiele für uns entschieden. Das ist auch eine Stärke, doch wir hatten immer auch schwierige Phasen zu überstehen. Gegen Göttingen dürfen wir uns keinen Moment der Schwäche erlauben.“
Die Gäste treibt derweil die Frage um, wo für sie in Kirchheim der Schlüssel zum Erfolg liegen könnte. Wo andere Mannschaften meist mit dem Ausschalten des einen dominierenden Akteurs in Schach gehalten werden, fehlt dieser in Kirchheim – die mannschaftliche Geschlossenheit ermöglicht den Rittern eine Vielzahl an Optionen, wodurch die Kirchheimer schwer auszurechnen sind. Sieben Akteure erzielen im Schnitt pro Partie über sieben Punkte, und in nahezu jedem Spiel gab es unterschiedliche Topscorer – eine Ausgewogenheit, von der die gesamte Truppe profitiert. Dies spiegelt sich auch in der Verteidigungsarbeit wider, bei der sich jeder einzelne Spieler in den Dienst der Mannschaft stellt. Diese Einstellung reißt nicht nur die Mannschaft, sondern auch das gesamte Umfeld mit.
Mit einem Sieg könnten sich die Teckstädter nicht nur die Tabellenführung sichern, sondern auch den eigenen Startrekord knacken: Noch nie hat eine Kirchheimer Mannschaft in der Pro A acht der ersten zehn Saisonspiele gewonnen.cs