Turnen: VfL-Männerteam gegen Topteam der 3. Liga chancenlos – Klassenerhalt noch möglich
Gut ist gegen Schiltach nicht gut genug

Nichts zu erben gab es für die VfL-Turner beim Heimwettkampf gegen das Turnteam TV Schiltach. Sie verloren mit 6:59 Score-Punkten. Die Hoffnungen auf einen knappe(re)n Ausgang waren bereits nach den ersten beiden Geräten verflogen, zu dominant traten die Gäste auf.

Kirchheim. Die VfL-Turner bekommen derzeit die raue Luft in der dritten Bundesliga Süd zu spüren. Nach der Niederlage bei Exquisa Oberbayern in der Vorwoche stand nun vor heimischem Publikum eine noch schwierigere Aufgabe vor den Turnern: Der Wettkampf gegen das Turnteam VEGA TV Schiltach. Die Schwarzwälder gelten als Maß der Dinge in der dritten Liga – trotz ihrer Niederlage gegen den Tabellenführer, die Kunstturnvereinigung Heilbronn. Dort hatten die Schiltacher zwar mehr Wettkampfpunkte als ihr Gegner erturnt, aber durch unglückliches Setzen bei den Duellen nach Score-Punkten die Begegnung verloren. Zudem kommen die Schiltacher immer besser in Form, während sich beim VfL nach vier Wettkämpfen in Folge erste Ausfallerscheinungen zeigen: Marcus Bay fiel für den Wettkampf verletzt aus und auch andere Turner waren angeschlagen.

Dass der VfL Kirchheim seine Turner in den einzelnen Duellen wohl setzen kann, wie er will, ohne das Ergebnis entscheidend zu beeinflussen, war schon nach den ersten Übungen am Boden klar. Daniel Paul und sein Bruder Simon mussten gleich die ersten Punkte abgeben, Julian Hausch ging es nicht besser. Mit einer tollen Leistung schaffte Dominik Weber gegen den polnischen Nationalturner Adam Kierzkowski immerhin ein Unentschieden, aber der TV Schiltach lag nach dem Bodenturnen schon mit 10:0 Score-Punkten in Front.

Das Quartett Marius Gebhardt, Nico Hoffmann, Moritz Pohl und Simon Paul gaben am Pauschenpferd 13 weitere Score-Punkte ab, der Gegner schien in einer anderen Liga zu turnen. Zwar lief es am Paradegerät der Kirchheimer in dieser Saison, den Ringen, besser, doch den Wettkampf zu drehen war unmöglich. Julian Hausch trotzte seinem Gegner ein Unentschieden ab und Felix Pohl fuhr die ersten drei Score-Punkte für den VfL ein. Simon Paul war aber gegen Adam Kierzkowski chancenlos, und auch Moritz Pohl verlor trotz eleganter Übung knapp weitere Punkte.

Am Sprung das gleiche Bild: Gute Kirchheimer gegen sehr gute Schiltacher Übungen. Daniel Paul, Nico Hoffmann und Marius Gebhardt mussten sich den Flügen der Gäste über den Sprungtisch beugen. Erst Simon Paul holte mit seinem gestreckten Tsukahara mit Schraube einen Punkt gegen den Sprung-Spezialisten der Gegner, Pit Nakic.

Wieder eine Nullrunde dann am Barren für Julian Hausch, Tobias Wahl, Felix Pohl und Simon Paul. Zwar hatte Felix Pohl Routinier Andreas Veigel um einen Zehntelpunkt geschlagen, zu einem Kirchheimer Scorepunkt-Gewinn reichte dieser minimale Abstand allerdings nicht. Weder Dauerturner Simon Paul – er musste bei dieser Begegnung an allen sechs Geräten antreten – noch Julian Hausch und Felix Pohl konnten am Reck den entfesselt aufturnenden Gegnern aus dem Schwarzwald Paroli bieten. Diese zeigten Flugteile, Drehungen, einarmige Riesenfelgen in Perfektion – die Zuschauer waren begeistert. Einzig Moritz Pohl war ein Zweier zur kosmetischen Ergebniskorrektur gelungen.

Dank des guten Punkte-Verhältnisses aus den letzten Wettkämpfen bleibt die Kirchheimer Drittliga-Mannschaft auf Rang sechs der Tabelle. Der TSV Jetzendorf und der MTV Ludwigsburg liegen immer noch hinter dem Kirchheimer Team. Mit einem Sieg am kommenden Wochenende gegen Jetzendorf wäre der Klassenerhalt gesichert.hp