Handball
Hält die HSG OLE den TSV Weilheim erneut in Schach?

Nach fast exakt einem Jahr stehen sich die beiden Landesliga-Aufsteiger HSG OLE und der TSV Weilheim wieder gegenüber. Die Vorzeichen bei beiden Teams sind äußerst unterschiedlich. 

Weilheims Trainer Matthias Briem (links) und HSG-Coach Volker Pikard sind heiß auf die Neuauflage des Derbys.  Fotos: Treutner/Brändli

Das letzte Mal wären sich die beiden Teams eigentlich im April gegenübergestanden. Damals noch in der Bezirksoberliga. Doch der TSV Weilheim musste das Derby wegen großer Personalprobleme absagen. Deshalb liegt das jüngste Aufeinandertreffen bereits ein Jahr zurück. Die HSG hatte sich am 1. Dezember 2024 in Weilheim mit 29:25 durchgesetzt. Am Ende der Saison schafften beide Vereine den Aufstieg – die HSG machte schon vorzeitig alles klar, der TSV kam dank Verbandsfusion um die Relegation herum und stieg als Vierter ebenfalls direkt auf.

Greift das Gesetz der Serie?

Nun wird es am Samstag um 20 Uhr in der Unterlenninger Sporthalle ein Stockwerk höher spannend. Wenn es nach dem Gesetz der Serie ginge, stünde die HSG schon als Sieger fest. Die Mannschaft von Trainer Volker Pikard hat seit Saisonbeginn in schöner Regelmäßigkeit gewonnen und verloren. Nun wäre wieder ein Sieg an der Reihe. „Daheim holen wir die Punkte, in der Fremde ist die Chancenverwertung noch zu schlecht“, sagt Volker Pikard. Mit den bislang wenigsten Spielen in der Liga und 6:8 Punkten rangiert die HSG auf Platz acht der Tabelle. „Zwei der Auswärtsspiele waren von uns sehr gut. Die hätten auch anders ausgehen können“, weiß der HSG-Coach. „Zuletzt haben wir drei Siebenmeter und einige Freie vom Kreis verworfen. Das hätte schon gereicht, um das Spiel zu drehen.“ 

Seine persönliche Bilanz gegen Weilheim seit den drei Jahren als HSG-Trainer will Volker Pikard jedenfalls weiterhin positiv gestalten. „Ich habe noch nie gegen den TSV verloren, und das soll auch so bleiben.“ Zum Derby kann der Trainer aller Wahrscheinlichkeit nach auf den vollen Kader zurückgreifen. „Zurzeit weiß man aber nie. Wir hatten auch viele Trainings mit nur zehn Leuten“, so Pikard, der mit rund 600 Zuschauern rechnet. 

Auf diese Kulisse haben sich Weilheims Trainer Matthias Briehm und das Team bereits eingestellt. „Die HSG ist zuhause gut aufgestellt, aber wir werden auf jeden Fall versuchen, sie zu ärgern und Nadelstiche zu setzen“, sagt der 42-Jährige. Der TSV-Coach sieht sein Team klar als Underdog. „Die Erwartungen an die aktuelle Saison sind bei uns andere als bei den Direktaufsteigern. Aber wir arbeiten kontinuierlich weiter“, so Briehm. Damit spielt er auch auf die schwierige Vorbereitung an. Bis zuletzt sei kein Training mit der vollen Besetzung möglich gewesen. „Meine Jungs verteidigen leidenschaftlich, aber im Angriff fehlt uns einfach die Variabilität“, erklärt der Trainer. Viele mussten durchspielen. Das ermüdet. Auch trage der verhackstückte Spielplan mit größeren Pausen von bis zu drei Wochen zwischendrin nicht gerade dazu bei, dass die Spieler ihren Rhythmus finden.

„Ich bin stolz auf die Mannschaft, die nie den Kopf in den Sand gesteckt hat“, lobt der Coach. So gelang dem TSV Weilheim zuletzt im achten Spiel der erste Sieg. Jetzt nachzulegen, wird allerdings schwer. „Die HSG ist auf allen Positionen gut besetzt. Wir schauen einfach, was möglich ist.“ 

Die Zuschauer dürften sich jedenfalls auf einen spannenden und umkämpften Schlagabtausch zur Primetime am Samstagabend einstellen.