Baltmannsweiler. „Völlig losgelöst von der Erde, schwebt der Halbisch schwerelos.“ Leicht abgeändert trifft der Kultsong von Peter Schilling punktgenau auf den Zweitliga-Turner des VfL Kirchheim und seine schwebenden Zustände zu – etwa bei der Grätsche über die Reckstange, beim Klippenspringen aus 27 Metern Höhe ins Meer oder beim Flug im Hubschrauber der Stuttgarter Polizei in seinem Beruf als System-Operator.
In diesen Tagen rückt „High Diving“, offiziell die Bezeichnung für das Klippenspringen, in den Mittelpunkt seines Tuns. In Doha/Katar bildet diese Disziplin den spektakulären Abschluss und Höhepunkt der laufenden Schwimm-Weltmeisterschaft. Mit dabei sind fünf deutsche Athleten, darunter Manuel Halbisch (25) aus Baltmannsweiler und seine Schwester Maike (18), die erst vor zwei Jahren in die Fußstapfen ihres großen Bruders getreten ist. Angeführt wird das kleine Springerteam von Iris Schmidbauer vom Dresdner SC, Europas „Klippenspringerin des Jahres 2023“.
Während Schmidbauer zum engeren Favoritenkreis zählt, sind die Ansprüche des schwäbischen Geschwisterpaares bescheidener. „Beide haben noch Luft nach oben“, erklärt Rainer Markwirth vom VfL Waiblingen, der Manuel Halbisch seit dessen zwölften Lebensjahr trainiert. Unter den bis zu 35 Startern in Doha traut er seinem Schützling einen Platz im gehobenen Mittelfeld zu, ähnlich wie bei der letzten WM 2023 in Fukuoka/Japan, als Halbisch 18. wurde. „Mein Ziel ist ein Platz unter den top 20“, beurteilt er selbst seine Chance. Für Schwester Maike gilt es in erster Linie, internationale Erfahrung zu sammeln.
Kaum ist die Flugshow in Doha beendet und der Rückflug überstanden, steht für Manuel Halbisch einen Tag später bereits der nächste sportliche Einsatz auf dem Programm – mit der Riege des VfL Kirchheim II in der Oberliga beim TSV Wernau – wahrlich ein Leben wie im Flug. Klaus Schlütter
