Weilheimer Landesliga-Kicker erwarten den TSV Buch – Heisig fällt aus
Heim-Dreier und Schützenhilfe

Sieben Spiele noch. Dann ist klar, wohin die Reise geht. Ob der TSV Weilheim als Meister bequem in die Fußball-Verbandsliga aufsteigt oder als „Vize“ den stressigen Weg in die Relegation gehen muss. Gegner morgen ist Neuling TSV Buch.

Weilheim. Ein weiterer Weilheimer Konkurrent im Kampf ums Verbandsliga-Ticket hat sich in zwei Schritten aus der Hatz um den Aufstieg verabschiedet. Drei Tage nach der bitteren 2:3-Niederlage bei Calcio Leinfelden-Echterdingen quälten sich die Fußballer des SC Geislingen am Mittwochabend gegen den abstiegsgefährdeten TSV Bad Boll im Eybachtal vor rund 270 Zuschauern zu einem torlosen Remis. Aufstieg? Für den Sportklub fürs Erste abgehakt.

Die aktuelle Geislinger Schwäche kommt Funktionären und Fußballern des TSV Weilheim überhaupt nicht gelegen. Der nächste SC-Gegner heißt nämlich FC Heiningen und die stille Hoffnung in Weilheim, der SC möge doch bitte gegen Heiningen mit allen Mitteln um die letzte Aufstiegschance kämpfen, ist spätestens seit Mittwoch gestorben. Zumal beim FC Heiningen nach dem 2:0-Triumph über die Weilheimer ein absolutes Hochgefühl vorherrscht. Dominik Mader, Torschütze gegen Weilheim, warnt allerdings – trotz des Geislinger Aus‘ im Titelkampf – vor dem Gegner. „Mit Sicherheit gibt es eine enge Kiste an der Steige“, rechnet Mader mit einem harten Kampf, „wir müssen da wieder unsere beste Leistung abliefern; sonst war der Sieg gegen den Tabellenführer Weilheim nur ein Muster ohne den ganz großen Wert.“

In der Tat wäre eine Geislinger Schützenhilfe für die Fußballer des TSV Weilheim eine Steilvorlage. Die Rechnung geht aber nur auf, wenn das Team von Trainer Alexander Hübbe gegen den TSV Buch dreifach punktet. Was nach dem Saison-Aus für Daniel Heisig nicht einfacher wird. Das Innenband im linken Knie ist bei dem 28-Jährigen – wie direkt nach der Auswechslung beim Schlager in Heiningen befürchtet – stark lädiert. „Unser Kapitän wird in dieser Runde wohl kein Spiel mehr bestreiten“, gab Weilheims Sportlicher Leiter Günther Friess vor dem Heimmatch gegen Buch bekannt. Dafür gibt es Grund für positiven Optimismus bei zwei anderen Lädierten. Torjäger Fatih Özkahraman wurde bereits wieder beim Lauftraining im Lindachstadion gesichtet, der seit rund drei Wochen pausierende Lennart Zaglauer unternahm bereits ebenso erste Trainingsversuche. „Ob es gegen Buch schon für die Bank reicht, ist sicherlich offen“, sagt Friess, „aber es sieht von Tag zu Tag besser bei den beiden aus“.

Weilheims Widerpart TSV Buch – im Hinspiel feierte der TSV Weilheim auf den letzten Drücker einen 3:2-Sieg durch einen Treffer von Emrah Polat in der Nachspielzeit – stemmt sich mit Vehemenz gegen den drohenden Abstieg. Vier Punkte aus den vergangenen zwei Partien sind Beleg, dass es die Bayern ernst meinen – auch gestärkt durch das jüngste 2:2 gegen FC Frickenhausen. „Vor dem Spiel gegen Frickenhausen hatte ich mehr Angst als jetzt vor Weilheim“, betont Gerald Müller aus der Abteilungsspitze des TSV, „unsere Erwartungen sind nicht so groß. Die Weilheimer müssen das Spiel machen. Wir können kontern.“

Wahnsinn ist das einzig treffende Wort, um den Kampf im Liga-Keller annähernd treffend zu beschreiben. Selbst der Tabellensechste Calcio Leinfelden-Echterdingen (am Sonntag beim TSV Deizisau zu Gast) ist noch gefährdet. Die Deizisauer wollen von den Direktabstiegsplätzen. „Die Stimmung bei uns nach dem wichtigen 2:1 in Bargau ist jedenfalls gut“, unterstreicht TSVD-Sprecher Alexander Iglhaut. Nuancen werden somit über Sein oder Nicht-Sein in der Klasse entscheiden. Zu einem Nachbarschaftsduell unter besonderen Vorzeichen kommt es in Frickenhausen. Der FCF steht gegen den TSV Köngen – bei dem Trainer Ralf Rueff verlängert hat – unter extremem Siegzwang. Der SV Ebersbach will endlich den Bann brechen. Das schlechteste Heimteam der Liga (nur zwei von 13  Heimpartien gewonnen) bekommt es mit den SF Dorfmerkingen zu tun. Der letzte SVE-Sieg vor heimischem Publikum datiert vom 22. November 2014 (3:0 gegen den FC Eislingen). Verdammt lang her.