Der VfL morgen gegen Gmünd nur Außenseiter
Heimschwäche 
gegen Offensivstärke

Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit kreuzen die Fußballer von Normannia Gmünd in Kirchheim auf. Unterlagen sie vor 16 Tagen in der Rolle des Underdogs der Drittligatruppe des FC Heidenheim im WFV-Pokalfinale mit 0:2, gehen sie morgen um 19 Uhr leicht favorisiert in die Oberligapartie gegen den gastgebenden VfL Kirchheim.

Kirchheim. Gmünd hat zwar wie der VfL die letzten beiden Punktspiele verloren, sich aber trotzdem besser präsentiert als die Blauen zu Hause beim blamablen 0:3 gegen Neckarelz und beim 1:3 bei den Stuttgarter Kickers. „Wir sind heimschwach und deshalb Außenseiter gegen eine der besten Offensivmannschaften der Liga“, macht VfL-Coach Rainer Kraft deshalb in Understatement.

Nach der Papierform ist die defensive Einschätzung des Trainers realistisch. Mit ihren drei „Musketieren“ Stani Bergheim (13 Tore), Manuel Crampes (12) und Beniamino Molinari (11) sind die Gmünder im Angriff eine Macht. Giuseppe Catizone, der früher das Trikot des VfB Stuttgart trug, ergänzt als genialer Vorlagengeber das torhungrige Trio zu den „Fantastischen Vier“.

Nur wenn es dem VfL gelingt, die gefährliche Offensive der Normannen in den Griff zu kriegen, hat er eine Siegchance. Ein Dreier wäre dringend erforderlich, um das angepeilte Saisonziel, einen einstelligen Tabellenplatz, zu erreichen. Es folgen zwei Auswärtsspiele in Weinheim und in Reutlingen, wobei vor allem an der Kreuzeiche die Trauben hoch hängen. Der SSV kämpft noch verzweifelt um den Klassenerhalt.

Allerdings verzichtet Kraft morgen noch einmal auf drei U23-Spieler zugunsten der zweiten Mannschaft, die am Sonntag mit einem Sieg beim VfB Reichenbach ihre letzte Chance auf die Relegation wahrnehmen möchte. Zum Abstellen vorgesehen sind erneut David Hertel, Marcel Helber und André Kriks, wobei dessen Einsatz wegen einer Verletzung aus dem Catania-Spiel noch fraglich ist.

Rainer Kraft registriert an einer nachlassenden Trainingsbeteiligung, dass es dem Saisonende zugeht. „Der eine hat dies, der andere jenes. Emrah Polat muss sich auf Prüfungen vorbereiten. Wir befinden uns halt im Amateurfußball“, sagt der Trainer mit einem Achselzucken. Dagegen herrscht beim Probetraining von Spielern, die sich dem VfL anbieten, reges Treiben. Ein Juwel war noch nicht dabei. Kraft: „Die ganz Guten kommen nicht zum Probetraining. Sie haben es nicht nötig. Meist sind es junge Spieler, die zu uns wollen. Aber viele überschätzen sich einfach.“ Dabei könnte der VfL die eine oder andere Verstärkung gut gebrauchen, denn zur neuen Saison werden einige Lücken im Kader entstehen. Uwe Beran hat Angebote von höherklassigen Vereinen (u. a. FC Memmingen) und wird sich wohl ebenso verändern wie Sabri Gürol, den es in die Regionalliga zieht. Christian Kuhn wechselt, wie berichtet, beruflich in Richtung Backnang und Ferdi Er ist bekanntlich suspendiert und favorisiert den FC Eislingen als neuen (Teil-)Arbeitgeber.