Kirchheim. Die Luft ganz oben ist dünn – eine Allerweltsweisheit, aber nicht falsch. Manuel Fumic hat durch Platz fünf und sechs in den ersten beiden Weltcuprennen Selbstvertrauen getankt. Aber vor dem Heim-Weltcup in Offenburg ist er dennoch vorsichtig mit seinen Prognosen. „Klar will ich wieder aufs Podium, aber es sind so viele Fahrer auf einem hohen Niveau, dass man das nur schwer prognostizieren kann. Es ist nicht so einfach. Ich muss realistisch bleiben“, sagt er.
Der Blick auf das Leistungsvermögen der Konkurrenz beim Rennen im englischen Dalby Forest am vergangenen Wochenende gibt ihm Recht. Dass vier Fahrer auf der Zielgerade um Rang drei gekämpft haben, belegt, wie eng es in der Weltspitze momentan zugeht – eine kleine Schwäche, ein Fahrfehler und zwei, drei Positionen sind weg. Und dann tauchten in England plötzlich neue Fahrer auf, wie der Franzose Maxime Marotte (Platz vier in Dalby), sodass alles unkalkulierbar wird. Auf der anderen Seite wurde Pietermaritzburg-Sieger Nino Schurter nur Neunter.
Im Rückblick meint Manuel Fumic, dass er die große Verfolgergruppe auch hätte auseinanderreißen können. „Es gab zwei, drei Situationen, in denen ich durchziehen hätte können, aber ich wollte Kräfte sparen“, so der Kirchheimer. Auch das sind Kleinigkeiten, die über Plätze entscheiden, obwohl damit natürlich noch längst nicht klar ist, ob auch eine bessere Platzierung als Rang fünf herausgekommen wäre.
In Offenburg ist Julien Absalon ungeschlagen, er hat bislang alle vier Weltcuprennen dort gewonnen. Damit ist der Franzose auch in diesem Jahr Favorit. Der Eindruck, den der Tscheche Jaroslav Kulhavy in England bei seinem Sieg hinterließ, macht ihn allerdings auch zu einem Kandidaten für den Platz auf dem obersten Treppchen. Nino Schurter dürfte sich auch wieder stärker präsentieren als in Dalby, wo er „nur“ Neunter wurde.
Offenburg ist für Manuel Fumic der Saisonhöhepunkt im Frühjahr, den Weltcup vor heimischem Publikum nimmt er auch wichtiger als die DM eine Woche später. „Vor deutschem Publikum zu fahren, motiviert mich zusätzlich. Klar will ich da unbedingt vorne mitfahren. Letztes Jahr hat es ja nicht funktioniert, weil ich im Training übertrieben habe. Mal schauen, was mir am Sonntag gelingt“, sagt der 29-Jährige.
Wie schon in England ist Manuel Fumic gestern auch den Eliminator Sprint gefahren. Das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht fest.
Der Kirchheimer U 23-Fahrer Lukas Kuch (Radsport Fischer & Wagner) muss ausgerechnet auf den Heim-Weltcup verzichten. „Ich habe mir eine Mandelentzündung eingefangen und muss Antibiotika nehmen“, klagt der enttäuschte Youngster. Sein Vereinskollege vom MTB Teck, Junior Christian Pfäffle (Rothaus Poison-Bikes) wird dagegen am heutigen Samstag (12 Uhr) versuchen, sein ausgewiesenes Ziel zu erreichen. „Die Top Ten“ hat er sich schon vor der Saison für den Weltcup vorgenommen. Nimmt man das vergangene Jahr, als er von einer hinteren Startposition noch auf Platz 21 gefahren war, sowie seine zuletzt gezeigte Form zum Anlass für eine Prognose, dann müsste das auch drin sein.
