Dettinger Volleyballerinnen erwarten Zweitligist Stuttgart im Verbandspokal
Highlight mit Trainingseffekt

Die Pflicht in Form des Oberligaklassenerhalts so gut wie erfüllt, steht für die Volleyballerinnen des TTV Dettingen nun die Kür an: Im Achtelfinale des Verbandspokals gastiert mit Zweitligist MTV Stuttgart II am Sonntag ein Gegner unter der Teck, gegen den sich die Dettingerinnen wenig Chancen ausrechnen – der Vorfreude tut‘s keinen Abbruch.

Dettingen. Die Plakate sind aufgehängt, die Flyer verteilt und auch im World Wide Web haben sie kräftig die Werbetrommel gerührt – was den Dettinger Volleyballerinnen zu ihrem Glück jetzt noch fehlt, ist eine volle Halle am Sonntag. Ausgeschlossen ist dies angesichts des Gegners nicht, schließlich gastiert im Verbandspokal-Achtelfinale mit dem MTV Stuttgart II ein Zweitbundesligist in Dettingen, der in hiesigen Volleyballkreisen gehörig Zugkraft haben dürfte. Zumal beide Teams eine größere Schnittmenge haben, als es der Zweiklassenunterschied vermuten lässt. Im Kader des MTV stehen mit den Schwestern Jelena und Valerie Wlk zwei gebürtige Schlierbacherinnen, die in Jugendjahren beim TSVS von Lisa Burkhardt gecoacht wurden, die mittlerweile für den TTV Dettingen spielt.

„Ich freue mich auf die Partie, zumal sie vor der eigenen Haustür ist“, sagt Valerie Wlk, die beim MTV ihre erste Zweitligasaison spielt und an den morgigen Gegner nicht die besten Erinnerungen hat. Vergangene Saison verlor die 16-Jährige, damals noch im Dress des Stützpunktteams Stuttgart, beide Oberligavergleiche gegen Dettingen mit 0:3. Ihre Einschätzung vor dem morgigen Duell: „In so einem Spiel gelten andere Gesetze. Wir können uns nur blamieren, Dettingen kann nur gewinnen.“

Im Lager des TTV geht aber niemand von einer Pokalsensation aus. „Zunächst mal ist es eine große Ehre, gegen so eine Mannschaft anzutreten“, sagt Teamsprecherin und Spielerin Kerstin Schröder, „aber wir rechnen uns nichts aus. Für uns hat das eher Freundschaftsspielcharakter.“ Ziel der Dettingerinnen um Trainer Wolfgang Babinger: ein ordentliches Spiel abliefern, in dem auch mal die eine oder andere taktische Trainingsvariante unter Realbedingungen getestet werden kann. „Wenn wir in einem Satz über zehn Punkte kommen, wäre das ein schöner Erfolg“, sagt Schröder, die bei aller Vorfreude auf das Spiel („ich bin seit acht Jahren in Dettingen dabei und das ist das Highlight“) nicht den Ligaalltag aus den Augen verliert. Fünf Spieltage vor Saisonschluss stehen die Dettingerinnen als Oberligadritte zwar so gut wie noch nie da, können rein theoretisch aber noch auf den Abstiegsrelegationsplatz rutschen. „In dieser Liga kann diese Saison alles passieren“, weiß Kerstin Schröder.

Aus personeller Sicht wird es beim TTV keine Überraschungen geben. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Meike Kehle (Bänderprobleme) treten die Dettingerinnen nur zu acht gegen die Stuttgarter Bundesligareserve an, die allerdings ebenfalls nicht in Bestbesetzung aufläuft. Neben Mittelblockerin Rebecca Späth und einigen aufs Beachvolleyball spezialisierten Kräften fehlt dem MTV vor allem Jelena Wlk. Die drei Jahre ältere Schwester von Valerie, seit 2009 jedes Jahr in ihrer Altersklasse Deutsche Meisterin im Beachvolleyball, ist auf Verwandtschaftsbesuch in den USA.