Kirchheim. Im Hinspiel setzte es für die Knights beim 68:98 in Cuxhaven die bislang höchste Niederlage der Saison. Zwar ist der Gegner von der Nordsee abermals Favorit, dennoch geht Knights-Coach Frenkie Ignjatovic nicht zuletzt wegen des neu verpflichteten Justin Stommes vorsichtig optimistisch an die schwere Hausaufgabe heran.
Zumal nach der schweren Vorweihnachtszeit wieder ein positiver Wind rund um den Vorjahresfinalisten der Pro A aus Kirchheim weht. Ein überzeugender Heimsieg gegen Chemnitz, dazu der Erfolg im Herzschlagfinale in Paderborn – die Knights scheinen rechtzeitig für die heiße Phase der Saison in Form zu kommen. Ein Blick auf die Tabelle verrät, dass es vor allem im unteren Tabellendrittel bis zur letzten Sirene richtig eng werden dürfte. Nur vier Punkte trennen derzeit Platz acht und den ersten Abstiegsplatz 15. Die Knights liegen punktgleich mit den Plätzen dreizehn, vierzehn und fünfzehn auf Rang zwölf. Bei einer solchen Konstellation sind zwar vorrangig die Duelle gegen die direkten Konkurrenten wichtig, jedoch kann jeder Sieg gegen einen der Topgegner zusätzliche Ruhe und Sicherheit im Klassenkampf bringen.
Glaubt man außerdem den Worten von Knights-Coach Frenkie Ignjatovic, müssen die Knights am morgigen Samstag eine wahre Ausnahmeleistung vollbringen, soll ein solcher „Big Point“ eingefahren werden. „Das wird sicherlich eines der schwersten Heimspiele der Saison, wenn nicht sogar das schwerste“, orakelt Ignjatovic. „Nicht nur aufgrund des Hinspiels sehe ich Cuxhaven als Favoriten.“ Die Mannschaft verfüge über den kompletten Kader, habe in Jeremiah Kelly einen überragenden Spielgestalter, mit Scott Thomas und Jeremy Dunbar sehr gefährliche Flügel und sei auch unter dem Korb eine Macht. „Zudem haben sie viele starke Deutsche, von denen ja immer zwei gleichzeitig auf dem Feld stehen müssen, weswegen selten ein Bruch in ihrem Spiel entsteht“, so der Trainer.
Dennoch weiß Ignjatovic, dass sein Team immer eine Chance hat, wenn es seine beste Form abrufen kann. „Die Marschroute für Samstag ist klar: Wir brauchen von jedem Spieler die maximale Leistung und womöglich sogar noch darüber hinaus. Ich will meine Mannschaft mit Herz und Leidenschaft spielen und kämpfen sehen.“
Auch ein Blick auf die Statistik sollte den Knights Mut machen. Denn trotz einer starken Heimbilanz von 8:2 Siegen schwächelten die Cuxhavener des Öfteren in fremder Halle. Nur vier Siege aus neun Partien stehen beim Play-off-Aspiranten aus dem hohen Norden zu Buche, erst vor Wochenfrist unterlag das Team des erst 23-jährigen Jungtrainers Kristis Plendiskis beim Abstiegskandidaten aus Gotha. Die Primärziele von Frenkie Ignjatovic, durch ein gutes Spiel das Selbstvertrauen zu stärken sowie Neuzugang Justin Stommes noch besser ins Team zu integrieren, scheinen also möglich zu sein.
Neben Topscorer Chris Alexander ruhen die Hoffnungen der Knights dabei vor allem auf Stommes, der in seinen beiden bisherigen Einsätzen bereits sein spielerisches Potenzial angedeutet und das Team in vielerlei Hinsicht nach vorne gebracht hat. „Justin ist ein absoluter Topspieler“, frohlockt Ignjatovic, „aufgrund seiner Klasse war es sehr einfach, ihn schnell ins Team und unser taktische Gefüge zu integrieren. Er gibt uns viele zusätzliche taktische Optionen, bringt zudem einen ungeheuren Schub in unser Spiel. Nicht nur aufgrund seiner Erstligaerfahrung ist Justin ein wahrer Glücksgriff für uns, der vor allem auch den Zuschauern noch viel Freude bereiten wird.“
Auch die Gegner aus Cuxhaven haben jedoch viele Ausnahmekönner in ihren Reihen, die den Knights das Leben jederzeit schwer machen können. Besonders stechen aus dem starken Kollektiv der Cuxhavener jedoch zwei Spieler hervor: Scott Thomas und Jeremiah Kelly. Mit 20 respektive 16,5 Zählern pro Partie rangieren beide unter den Top-Sechs-Punktesammlern der Liga; im Hinspiel waren sie mit zusammen 55 Punkten auch der Hauptgrund für die deutliche Knights-Niederlage.
Dennoch will sich Ignjatovic nicht übermäßig auf die Verteidigung dieses Top-Duos konzentrieren. „Dieses Team besitzt offensiv eine außerordentliche Qualität. Konzentrierst du dich zu stark auf ein oder zwei Spieler, können jederzeit andere in die Bresche springen und ihre zusätzlichen Freiheiten gnadenlos ausnutzen.“
Um diesen Härtetest bestehen zu können, sind die Knights jedoch auch auf Unterstützung von den Rängen angewiesen. „Ich hoffe auf eine sensationelle Stimmung und eine elektrisierende Atmosphäre. Die Fans könnten das Zünglein an der Waage sein und uns die entscheidenden Prozente bringen, die für uns in diesem schweren Spiel so wichtig sein können“, so Ignjatovic.
