Bezirksliga-Sorgenkinder VfL II und AC Catania mit neuem Mut
Hoffen auf Kehrtwende

Die Mammut-Saison der Fußball-Bezirksliga steuert auf ihre Halbzeit zu. Am 17. Spieltag treffen die beiden abstiegsgefährdeten Teck-Clubs zum Vorrundenabschluss jeweils auf Landesligaabsteiger. Der AC Catania Kirchheim erwartet gegen den FC Donzdorf die vermeintlich leichtere Aufgabe, während die U 23-Rumpftruppe des VfL Kirchheim zum aufstiegsambitionierten FC Eislingen fahren muss.

Kirchheim. Den Kirchheimer Vereinen kommt in ihren misslichen Situationen derzeit entgegen, dass die halbe Liga noch um den Klassenerhalt bangt und der Rückstand ans rettende Ufer gerade einmal vier (VfL) beziehungsweise zwei (ACC) Punkte beträgt. „Nach dem Derby-Sieg gegen den VfL ist die Stimmung sehr gut. Jetzt wäre es wichtig, in den zwei letzten Spielen des Jahres einen Nichtabstiegsplatz zu schaffen“, sagt AC-Coach Paul Lawall. Seine Mannschaft hatte vergangenes Wochenende kein Nachholspiel zu bestreiten und Zeit, zu regenerieren. „Gegen Donzdorf haben wir uns viel vorgenommen. Mit einer konzentrierten Leistung haben wir gute Siegchancen.“ Die Donzdorfer waren bislang großen Formschwan­kungen ausgesetzt. Mal gelang ein 2:0-Sieg gegen den damaligen Spitzenreiter Köngen, mal blamierte man sich zu Hause wie zuletzt beim Heim-0:2 gegen Oberesslingen. Fraglich, ob der FC ein dankbarer Gegner für die Catanesi ist. Nach dem freien Fall in die Abstiegszone hofft der AC nun auf die endgültige Kehrtwende. „Wir sind eines der spielstärksten Teams der Liga. Wir können die Herausforderungen meistern“, glaubt Lawall. Personell hat er durch die Rückkehr von Cosimo De Mitri, Fathi Altinkaya und Tino Jungblut wieder mehr Alternativen. Lediglich Andrei Pop und Ercan Güllü fallen weiter aus.

Von solchen Alternativen kann VfL-Trainer Jens Roth derzeit nur träumen. Woche für Woche muss er sich um Anleihen bei der ersten Mannschaft und der U 19 kümmern, da der ausgedünnte Kader quantitativ nicht breit genug aufgestellt ist. „Wir müssen uns jetzt in die Winterpause retten und dann die Kräfte neu bündeln“, beschwört Roth. Der zwischenzeitliche Aufwärtstrend wurde durch die Derby-Pleite gegen Catania und das unnötige 1:3 beim RSK Esslingen vergangenen Samstag jäh gestoppt. „Wir haben bestimmt schon neun Punkte verschenkt. Dazu kommt der ärgerliche Punktabzug gegen Faurndau. Aber wenn bei uns alle Mann dabei sind, sind wir nicht hoffnungslos.“ Die Trauben beim Spitzenteam FC Eislingen hängen jedoch sehr hoch, vor allem da der VfL mit nur einem mageren Pünktchen in der Fremde bisher nicht gerade ein Schreckgespenst ist. „Wir wollen trotz der personellen Misere für eine Überraschung sorgen und den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze irgendwie herstellen“, sagt Roth kampfeslustig. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Verbandsliga-Trainer Ralf Rueff sieht er bisher als fruchtbar und konstruktiv an. Da die „Erste“ dieses Mal nicht am gleichen Tag spielt, sind Verstärkungen für die Partie in Eislingen von „oben“ vorgesehen.

Die drittplatzierten Filstäler ­können mit einem Sieg über die Teckstädter den spielfreien Tabellenführer FV 09 Nürtingen nach nur einer Woche wieder vom Thron stoßen, vorausgesetzt, der TSV Köngen verlängert seine Herbstkrise mit nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen in der Heimpartie gegen den TSV Wendlingen. Im anderen Fall stünden die Mannen aus der Fuchsgrube dank des besseren Torverhältnisses wohl wieder auf Rang eins. Wenn auch die Nellinger ihre Aufstiegsambitionen beim FV Neuhausen hochhalten, wäre das Spitzenquartett nur noch drei Punkte auseinander. Nach vier ungeschlagenen Spielen in Folge bietet sich dem RSK Esslingen zu Hause gegen den Vorletzten Eintracht Sirnau im Stadtderby eine weitere Gelegenheit, sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Dass Oberesslingen auch im achten Heimspiel ungeschlagen bleibt (bei fünf Remis), dürfte Formsache sein. An der Breslauer Straße ist das noch sieglose Schlusslicht GSV Dürnau zu Gast. Im Aufsteigerduell tritt der TSV Wäldenbronn-Esslingen (6.) als klarer Favorit bei Vorwärts Faurndau (13.) an. Den Spieltag rundet das offene Duell der Abstiegskandidaten Neckartailfingen und Grötzingen ab.