Stuttgart. Mit sechs hat er beim VfL angefangen zu kicken, mit Ausnahme eines zweijährigen Gastspiels bei den Kickers trug er stets das blaue Trikot der Teckmannschaft. „Ich finde es einfach schade, wie sich das alles entwickelt hat“, bedauert er, für den das Kapitel VfL Kirchheim, das ihn sein ganzes sportliches Leben bewegte, seit der Aussprache mit dem Trainer am vergangenen Donnerstag abgehakt ist.
Der WFV-Auswahlspieler wird seine Karriere woanders fortsetzen. Bisher war vom SV Bonlanden die Rede, zu dessen Trainer Norbert Stippel Kontakt besteht. Doch neuerdings scheint Er den SV Ebersbach in der Landesliga zu favorisieren: „Ich hatte am Freitag ein gutes Gespräch mit Spielmacher Radojevic. Ich glaube, es ist einiges erreichbar mit dieser Mannschaft, in der ich auch einige Spieler kenne.“ Auch der TSV Bad Boll buhlt um die Dienste des Spielers.
Rainer Kraft wollte sich zum Fall Er nicht mehr äußern und verwies auf den Spieler Marcel Rapp, der bei den Stuttgarter Kickers ein vergleichbares Problem habe. Über seine Reservistenrolle äußerte sich Rapp öffentlich so: „Ich gebe im Training alles, aber der Trainer entscheidet sich gegen mich. Das muss ich akzeptieren. Nächste Saison greife ich dann wieder voll an.“ Dazu Kraft: „So etwas ist die richtige Einstellung.“
Zuletzt noch etwas zum Schmunzeln. Kommt der Kickers-Reporter nach dem Spiel mit Videokamera und Mikrofon auf Rainer Kraft zu und fragt: „Kennen Sie den Trainer des VfL Kirchheim?“ Kraft nickt. Der junge Mann möchte den Namen wissen. „Er heißt Rainer Kraft“, sagt der Trainer. Er wolle ihn interviewen, sagt der Reporter. Ob er ihm bei der Suche nach Herrn Kraft behilflich sein könne. Der VfL-Trainer mit unbewegter Miene: „Ich kenne Herrn Kraft ganz gut. Wenn ich ihn sehe, gebe ich Ihnen gleich Bescheid.“
Als sich der Trainer schließlich mit den Worten „Ich bin Rainer Kraft“ offenbarte, hatte er die Lacher ringsum auf seiner Seite.
