Owen. Mit einem Sieg im Gipfeltreffen Meister werden, dies noch zu Hause vor stattlicher Kulisse: Fußballerherz, was willst du mehr? Diese einmalige Chance bietet sich dem Spitzenreiter der Kreisliga B 6, SGM Owen/Unterlenningen, am Sonntag beim Spiel gegen den Tabellenzweiten TSV Ötlingen.
Dabei hätte vor der Saison in dieser mit so vielen Titelkandidaten gespickten B 6 niemand angenommen, dass die SG Owen/Unterlenningen die Tabelle vier Spieltage vor Ende mit einem Vorsprung von sieben Zählern anführt. Sollten die Mannen von Kevin Rieke und Julian Deuschle tatsächlich gleich den ersten von vier Matchbällen gegen den härtesten Konkurrenten aus dem Rübholz nutzen, wäre dies Balsam auf die Wunde der unglücklichen Relegation vor zwei Jahren gegen den FC Frickenhausen II. Für den TSV Owen, der vor knapp drei Jahren mit dem TV Unterlenningen zur SG Owen/Unterlenningen fusionierte, wäre es zudem der erste Aufstieg der Vereinsgeschichte, der TV Unterlenningen spielte bereits höherklassig.
Angefangen hat der SG-Höhenflug beim Hinspiel beim 1:0-Erfolg der SGM im Rübholz, als Andreas Carrle eine der wenigen Torchancen nutzte, wohingegen die Ötlinger ihre vielen Tormöglichkeiten verballerten. Seither folgten sage und schreibe zwölf Siege am Stück, eine fulminante Serie mit teilweise knappen Ergebnissen gegen direkte Konkurrenten, doch das Glück muss man sich erarbeiten und „die Jungs haben sich das verdient“, wie Owens Co-Trainer Claus Eberle durchaus zu Recht feststellt.
Erster gegen Zweiter, zudem ein Duell mit Extremwerten, Toptorjäger Sascha Foschi aus Ötlingen (36 Treffer) gegen SG-Spielertrainer Kevin Rieke (26 Saisontreffer), also ebenfalls Erster gegen Zweiter, außerdem stehen sich auch die beiden besten Defensiven gegenüber. „Bei solch einem Gipfeltreffen mit einem Sieg die Meisterschaft klarmachen, noch zumal bei einem Heimspiel mit solcher Kulisse, wäre schon ein megacooles Ereignis, da wäre die Hölle los in Owens Au nach dem ersten Aufstieg der Vereinsgeschichte, das würde unvergessen bleiben. Selbst wenn wir es am Sonntag nicht schaffen, zu gewinnen, haben wir ja noch genug Chancen und alles selbst in der Hand“, so Rieke gleichsam euphorisch wie gelassen.
Auf der Gegenseite weist der TSV Ötlingen „nur“ acht Siege in Folge auf, der Verlust der fünf Zähler zu Beginn der Rückrunde (2:2 gegen Notzingen II und 1:3 bei der TGK) wirken nach und haben sich gerächt. „Es waren nicht nur diese fünf Punkte, Knackpunkt war eben auch das Hinspiel, als die SG viel Glück hatte und wir durch Unvermögen zu viel haben liegenlassen. Aber Glück hat man auch nur, wenn man es sich erarbeitet und das hat die SG einfach getan“, zollt TSVÖ-Trainer Pasquale Spagnuolo dem Gegner viel Lob, um jedoch im gleichen Atemzug eine Kampfansage vorauszuschicken. „Wir fiebern diesem Spiel dennoch entgegen und werden alles, aber auch alles reinlegen, um die drei Punkte mitzunehmen und dafür zu sorgen, dass die SG noch nicht Meister wird. Dann wären es ja nur noch vier Punkte Rückstand und beim Fußball weiß man ja nie. Schade, dass es dieses Jahr keine Relegation gibt, die hätten wir verdient“, verbleibt Spagnuolo mit einem Fünkchen Hoffnung.
Schlierbach vor Re-Start
Andauernde Personalprobleme, ständig wechselnde Aufstellungen, für Benedetto Savoca und den TSV Schlierbach eher eine Saison zum Vergessen. Für den personalgeplagten Savoca also nichts Neues vor der Fahrt zum FC Kirchheim. An eine Revanche für die 2:3-Hinspielniederlage wagt der TSVS-Coach nicht zu denken. „Wir müssen die Runde anständig zu Ende spielen und uns in der neuen Saison neu aufstellen“, fordert Savoca, der per Handschlag um ein Jahr verlängert hat. Deni Kalfic will mit seinen Jungs vom FCK, als Mitfavorit gestartet, wenigstens Dritter bleiben, ein Heimsieg gegen Schlierbach ist deswegen Pflicht
Zwei schwächelnde Teams stehen sich morgen unterm Wielandstein gegenüber, wo der TSV Oberlenningen auf den SV Nabern trifft.

