Yorkshire. Es war ein seltenes Bild für ein Cross-Country-Rennen. Vier Fahrer sprinten auf der Zielgeraden und rollen auf dickem Schotter binnen einer Sekunde über die Ziellinie. Manuel Fumic war einer aus diesem Quartett, das um den dritten Platz hinter dem Sieger Jaroslav Kulhavy (1.40,53 Stunden) und dem Zweiten Julien Absalon (50 Sekunden Rückstand) kämpfte.
Auf gewisse Weise war es ein eigenartiger Sprint, denn auf den gut 200 Metern nach der letzten Kurve veränderte sich die Reihenfolge nicht mehr. Der Italiener Marco Fontana verteidigte seine erste Position vor dem Franzosen Maxime Marotte (beide 1.39 Minuten zurück). Manuel Fumic hielt den deutschen Meister Moritz Milatz in Schach und eroberte damit den fünften Platz auf dem Weltcup-Podium. „Jaaa!“, freute er sich hinterher diebisch, „ich habe es geschafft.“ Es hätte für ihn auch ungünstiger ausgehen können.
Während Kulhavy sehr früh sein Heil in der Flucht suchte, Absalon alleine hinterherging, befand sich Fumic in einer meist zehnköpfigen Verfolgergruppe und zeigte sich dort auch sehr aktiv. Doch die Zusammenarbeit funktionierte nicht sonderlich gut. „Also musste ich Führungsarbeit leisten, damit von hinten nicht noch mehr Fahrer kommen“, sagte Fumic.
Diese Arbeit kostete ihn wohl die „Körner“, die ihm im Finale fehlten. Da übernahm der Schweizer Christoph Sauser am Ende der fünften von sechs Runden das Zepter, musste aber dann wegen eines Schaltungsproblems kurz vom Bike und verlor den Anschluss.
Nino Schurter, Sieger von Pietermaritzburg, hatte keinen seiner besten Tage und fiel zurück, genauso der Franzose Stephane Tempier und der Schweizer Thomas Litscher. So kam es zur Konstellation auf der Zielgeraden, die für Manuel Fumic gut ausfiel.
In der Weltcup-Gesamtwertung schob er sich auf den fünften Rang, Kulhavy ist jetzt im Besitz des weißen Leaderjerseys.
Der Kirchheimer Lukas Kuch (Radsport Fischer & Wagner) belegte am Samstag im U23-Weltcup-Rennen den 52. Platz, 8,40 Minuten hinter dem Sieger Alexander Gehbauer aus Österreich (1.29,25). Aus der letzten Startreihe der 80 Fahrer ins Rennen gegangen, arbeitete sich Kuch zwar nach vorne, aber den großen Sprung konnte er nicht machen.
„Ich habe gekämpft, aber ich habe mich mit der Strecke schwergetan. Positionen gutzumachen ist hier sehr schwer und fahrtechnisch hatte ich auch meine Schwierigkeiten“, bekannte der Biker vom MTB Teck. Mit den permanenten Rhythmuswechseln, sprich der ständige Wechsel von kurzen Anstiegen, Flachpassagen, einem längeren Anstieg und fahrtechnisch schwierigen Bergauf- und Bergabpassagen, sei er nicht gut zurechtgekommen.
Gehbauer gewann das Duell gegen den Italiener Gerhard Kerschbaumer mit fünf Sekunden Vorsprung. Dahinter kamen Markus Schulte-Lünzum (+0.22) und Markus Bauer (+0.38) auf die Plätze drei und vier.
Am Freitagabend hatte Manuel Fumic im Eliminator-Sprint Rang neun belegt. Im Viertelfinale ließ er sich kurz vor dem Ziel noch von Jochen Käß (Bietenhausen) überflügeln. Das war mehr einer Unachtsamkeit, denn einer Schwäche geschuldet. „Ich dachte, es reicht ganz leicht und habe nicht gedacht, dass die von hinten so schnell herankommen“, erklärte Fumic das Malheur.
Weil er in der Qualifikation hinter dem Schweizer Thomas Litscher die zweitbeste Zeit hingelegt hatte, wurde er als Neunter gewertet. Der Australier Paul van der Ploeg gewann vor Litscher und vor Fumic’ Teamkollegen Marco Fontana (Italien). Bester Deutscher wurde Jochen Käß, der das kleine Finale gewann und Rang fünf belegte.
