Schorndorf. Auch wenn sich es an nackten Resultaten (noch) nicht ablesen lässt, steigt die Formkurve von Jannik Steimle langsam aber sicher an. „Für die Beine und den Kopf war es eine super Rundfahrt“, fasst der Radprofi aus Weilheim seine Eindrücke von Tirreno-Adriatico zusammen
Nach sieben Etappen inklusive Einzelzeitfahren hatte der 27-Jährige vom schweizer Team Q 36.5 als 113. des Gesamtklassements mit fast 59 Minuten Rückstand auf den dänischen Dominator Jonas Vingegaard (Team Visma) zwar nichts mit dem Ausgangs des Rennens zu tun. Dafür nähert sich der Wahl-Schorndorfer, der nach eigenen Angaben immer viele Rennkilometer braucht, um in Topform zu kommen, seinem gewünschten Leistungsniveau allmählich an. „Für den Zeitpunkt der Saison bin sehr zufrieden“, sagt Steimle, „die Ergebnisse haben mich nicht interessiert. Dafür lief es von Tag zu Tag besser.“
Vor allem die Perfomance auf der letzten Etappe am Sonntag über 154 Kilometer nach San Benedetto habe Mut gemacht, als er seinen Teamkollegen Nicolo Parisini ins Sprintfinale begleitet hatte, das der Italiener auf dem starken elften Platz beendete. Dass Parisini von der Rennleitung nachträglich aus laut Steimle unerklärlichen Gründen ans Ende des Klassements gesetzt wurde, schmälerte die Zufriedenheit des Weilheimers nicht – zumal er den Rekordschnittt von 47 km/h, der die schnellste Etappe in der Geschichte des Rennens bedeutete, problemlos mitgehen und sogar Akzente setzen konnte. „Ich habe mich super gefühlt“, freut er sich.
Weiter geht es für Steimle bereits am Donnerstag mit dem 202 Kilometer langen Eintagesrennen Grand Prix de Denain in Frankreich, gefolgt vom Saxo Classic in Belgien am Freitag kommender Woche. „Ich habe jetzt noch drei Wochen Zeit, um für die Frühjahrsklassiker richtig in Form zu kommen“, schaut er bereits auf den Schelderprijs, Paris-Roubaix und das Amstel Gold Race voraus, mit denen Anfang und Mitte April die ersten prestigeträchtigen Höhepunkte der Saison auf dem Programm stehen.

