Bei aller Freude über den VfL-Sieg gegen Gmünd bleiben Fragen offen
„Jeder kann sagen, was er denkt“

Sportlich haben die VfL-Fußballer mit dem Sieg am Freitag gegen Gmünd die Kurve wieder gekriegt. Aber auch zwischenmenschlich? Spieler und Funktionäre demonstrierten nach dem 3:0 betonte Harmonie.

Kirchheim. Falls es mannschaftsintern beim VfL noch knirschen sollte, dann können Spieler und Funktionäre es zumindest gut kaschieren. Vor und nach dem 3:0-Erfolg über Normannia Gmünd bildeten die „Blauen“ artig den Kreis des Vertrauens, der von der Bundes- bis zur Kreisliga inzwischen Usus ist. Die Arme über die Schultern der Mitspieler gelegt, sollen wohlwollende Worte Teamgeist und Erfolgsaussichten steigern.

Beim VfL hat‘s am Freitag (mal wieder) geklappt. „Ich habe der Mannschaft nur gesagt, dass ich mich unheimlich für sie freue“, verriet Trainer Rainer Kraft den Kern seiner 
kreisinternen Ansprache nach dem Sieg, bei dem die Kirchheimer übrigens zum ersten Mal seit dem 2:0 über Hollenbach am 16. April ohne Gegentor blieben. „Das ist das Allerwichtigste“, freute sich Kraft.

Auf dem Platz hat der VfL damit die bestmögliche Antwort auf die Querelen der vergangenen Tage und Wochen gegeben. Aber wie sieht‘s hinter den Kulissen aus? Kaum ist das Thema Ferdi Er zu den Akten gelegt, droht bereits die nächste Baustelle. Christian Kuhn, der trotz größtenteils eher bescheidener Leistungen stets das Vertrauen von Rainer Kraft genossen hat, saß zum ersten Mal seit dem vierten Saisonspiel vergangenen August gegen Mannheim auf der Ersatzbank. Schon wird gemunkelt, dass der 26-Jährige ähnlich wie Ferdi Er, der am Freitag übrigens Zaungast im Stadion war, dem Trainer intern Kontra gegeben habe und deswegen gegen Gmünd nicht in der Startelf stand. „Jeder kann sagen, was er denkt“, betont Rainer Kraft, der die Nicht-Berücksichtung Kuhns mit dessen Leistung im Spiel gegen die Stuttgarter Kickers vorvergangenen Sonntag erklät. Da war Kuhn nach 74 glücklosen Minuten durch Oliver Otto ersetzt worden.

Dass er am Freitag sogar die gesamten 90 Minuten auf der Bank schmorte, hatte jedoch weniger disziplinarische als symbolische Gründe. Kraft wechselte mit Moritz Gutmann, Harry Nickes und Josip Colic kurz vor Schluss drei A-Jugendspieler ein, um so die Nachhaltigkeit der VfL-Nachwuchsarbeit zu demonstrieren. Abteilungsurgesteine auf der Tribüne quittierten den Einsatz der Youngster mit freudigem Applaus. Die Aussicht, das junge Trio in Bälde erneut im Oberligadress zu sehen, ist dabei durchaus gegeben: Gutmann, Nickels und Colic sind drei von sieben Spielern, die der VfL aus der A-Jugend in die zweite Mannschaft übernimmt. Wie man von dort den Sprung aufs Kirchheimer Flaggschiff schaffen kann, hat in dieser Saison Torjäger André Kriks vorgemacht.