Damit war nun wirklich nicht zu rechnen: Der zuletzt formschwache TSV Jesingen hat den 1.FC Frickenhausen, Tabellenzweiter der Fußball-Bezirksliga, entzaubert und sich mit 4:1 eindrucksvoll zurückgemeldet.
Schon früh hatte Toni Carfagna (6.) die Hausherren in Führung gebracht. Der Ex-Kirchheimer Endrit Duraku glich zwar noch vor der Pause aus (36.), doch weil beide Defensivreihen alles andere als sattelfest wirkten, stand das Spiel lange Spitz auf Knopf. Dann kam der große Auftritt von Joker Dominik Salinovic: Kaum 100 Sekunden auf dem Platz, traf der ehemalige A-Jugendspieler zum 2:1 (56.) – und ließ die 250 Zuschauer jubeln. In der Schlussphase nutzten die Jesinger das offene Visier der Gäste eiskalt: Sascha Flegel (88., Strafstoß) und Veli Boz (92.) machten den Sensationssieg perfekt.
„Vor dem Spiel hätte ich gegen die formstarken Frickenhausener wahrscheinlich auch ein Unentschieden unterschrieben. Dass es jetzt so kam, macht mich sehr glücklich. Das war ein ganz wichtiger Sieg – nicht nur für die Tabelle, sondern auch für die Moral“, freute sich Jesingens Fußballvorstand Sven Andler.
Doch die Freude bekam unter der Dusche einen Dämpfer. Denn dort gab’s, wie schon mehrfach in den vergangenen Wochen, nur eiskaltes Wasser – für die verschwitzten Kicker bei diesen Temperaturen nicht nur eine echte Zumutung. „Das kann einfach nicht sein. Wir machen an dem Thema schon länger herum, aber die Stadt ignoriert sämtliche Kontaktaufnahmen. Das ist wirklich ein Unding und für die Spieler auch gefährlich“, schimpfte Andler.
VfL verpennt zweite Hälfte
Spektakel pur auch in Faurndau: 7:5 hieß es am Ende für die Gastgeber – ein Ergebnis, das mehr nach Eishockey als nach Fußball klingt. Dabei hatte der VfL zur Pause noch mit 4:2 geführt, ehe nach dem Seitenwechsel plötzlich nichts mehr zusammenlief.
„Im zweiten Durchgang haben wir uns etwas verloren. Das darf nicht passieren. Die Faurndauer haben hingegen nochmal alles reingeworfen, mit vielen Nickligkeiten, aber nie unfair“, bilanzierte Felix Lache. Der Ex-Chefcoach der Kirchheimer, der das Amt bis Ende März inne hatte, verfolgt die Spiele inzwischen aus neuer Rolle: Seit kurzem ist er gemeinsam mit Markus Großhans für das Sponsoring beim VfL zuständig.
Noch deutlicher wurde Dreifach-Torschütze Argjend Shalaj: „Bei uns ist gerade einfach Licht und Schatten. Diese Inkonstanz zieht sich schon die ganze Saison durch.“ Besonders ärgerlich seien die vielen Unachtsamkeiten gewesen: „Wir haben jeweils die ersten 20 Minuten in beiden Halbzeiten gepennt und dazu wohl fünf Standardtore kassiert, bei denen wir einfach nicht wach sind.“ Zwar hätten die Kirchheimer in der ersten Halbzeit das Spiel noch drehen können, „aber klar ist auch: Das geht nicht zweimal in einem Spiel.“
Neben der schwankenden Form machte sich zudem das Fehlen von Torhüter Nico Nagel (Urlaub) und Torjäger Meksud Colic (Erkältung) deutlich bemerkbar.
Weilheimer bleiben cool
Einen Pflichtsieg, der tabellarisch mehr als nur drei Punkte wert ist, feierte der TSV Weilheim. Mit 5:0 siegten die Limburgstädter beim Schlusslicht SC Geislingen II. Zwar versuchte der Gastgeber mit dem Ausweichen auf den sehr engen Kunstrasen, den Favoriten aus dem Tritt zu bringen. Doch spätestens nach der Pause war die Partie entschieden.
„Es hat sich auf dem kleinen Platz so ein hektisches Spiel entwickelt, da lässt sich kaum etwas analysieren. Trotzdem hatten wir das Spielglück auf unserer Seite“, bilanzierte Abteilungsleiter Gianni Mantineo. Noch mehr Glück hatten die Weilheimer, als Geislingen direkt nach Wiederanpfiff einen Platzverweis kassierte. Danach nutzte der TSV seine spielerische Überlegenheit konsequent. Die Tore erzielten Morris Maier, Jannick Hoyler, Michael Hartig, Gabriele Giacobbe und Pascal-Nei Amekpo.
Mit dem Sieg verschaffte sich Weilheim wertvolles Polster auf die Abstiegsränge und geht mit Rückenwind in Pokal (Donnerstag gegen Plochingen) und nächstes Ligaspiel (Sonntag gegen Salach).
Donzdorf bleibt Primus
Auch anderswo wurde fleißig getroffen: Der 1. FC Heiningen überrollte den TSV Oberboihingen mit 7:1. Überragender Mann war der gerade einmal 18-jährige Bent Hofele, der seine Saisontore sieben und acht erzielte.
Der 1. FC Donzdorf nutzte den Ausrutscher Frickenhausens und baute die Tabellenspitze aus. Und das trotz Unterzahl: Bereits in der 12. Minute flog Rechtsverteidiger Patrick Liebl vom Platz. Doch die Hausherren ließen sich davon nicht beirren, machten zwischen der 26. und 34. Minute drei Treffer und siegten am Ende souverän mit 3:0 gegen den SV Ebersbach.

