Weilheim empfängt morgen Köngen, VfL am Sonntag Ulm II
„Jetzt ist Team am Zug“

Wegen enttäuschender Leistungen und spärlicher Punktausbeute nach der Winterpause ist der Rückstand des TSV Weilheim auf die Klassenbesten TSV Essingen und 1. FC Heiningen in der Fußball-Landesliga, Staffel 2 deutlich angewachsen. Für die Hübbe-Mannen sieht es düster aus – kommt die Erhellung unter Flutlicht morgen ab 19.39 Uhr im Heimspiel gegen den TSV Köngen? Teck-Nachbar VfL Kirchheim spielt am Sonntag im nächsten „Abstiegs-Endspiel“ gegen den SSV Ulm II.

Weilheim/Kirchheim. Ein missglückter Start – und jetzt hat Weilheim auch noch eine Grippewelle erwischt. Trainer Alexander Hübbe, sein „Co“ Danell Stumpe, der Sportliche Leiter Günther Friess, die Spieler Daniel Heisig, Ferdi Er, Michele Latte und noch einige mehr kämpfen mit Husten, Schnupfen und Fieber. Es scheint, als haben sich alle untereinander angesteckt. Angeschlagen und ohne den Rot-gesperrten Martin Kirschmann geht es in die Partie gegen den TSV Köngen, der sich ins gesicherte Mittelfeld abgesetzt hat. Zuletzt plumpste Mitaufsteiger Waldstetten, ausgeknockt durch einen Doppelschlag von Migel Horeth, in die Fuchsgrube (2:0).

Die körperliche Verfassung ist momentan nicht das einzige Problem an der Limburg. Der Start ist missglückt, und keiner weiß so recht, warum. „Wir hatten die bessere Vorbereitung als vor der Saison“, sagt Trainer Hübbe und fährt fort: „Aber in den Spielen erkenne ich meine Vorgaben in Defensive und Offensive nicht. Das hat die Mannschaft am Montag zu hören bekommen. Jetzt ist sie am Zug. Das muss sie ganz rasch auf die Reihe kriegen, sonst droht das Absacken ins Mittelfeld.“

Ist der Zug nach vorne bei neun Punkten Rückstand auf Essingen und fünf auf Heiningen bereits abgefahren? Hübbe schüttelt den Kopf: „Wir lagen nach den ersten drei Spielen auch schon neun Punkte hinten und haben wieder aufgeholt. Das sagt noch gar nichts. Das interessiert mich zurzeit auch null Komma null. Viel wichtiger ist, dass sich die Mannschaft schnell wieder mehr als Einheit präsentiert.“

Ein umgekehrter Stimmungswandel hat sich beim VfL Kirchheim vollzogen. Der 3:2-Sieg beim SV Vaihingen hat ein Lächeln in die Gesichter aller Beteiligten gezaubert. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist gestiegen und kann mit einem Dreier gegen die „Zweite“ des SSV Ulm weiter gesteigert werden. „Wir dürfen jetzt nur nicht den gleichen Fehler wie gegen Bargau machen, dass wir uns nach einem Sieg zurücklehnen“, sagt der von einem Hexenschuss geplagte Trainer Erol Sarikoc. Selbstgefälligkeit wie nach dem 4:1-Auftakterfolg in Bad Boll wurde postwendend mit einer 0:3-Heimschlappe gegen Bargau bestraft.

In Vaihingen zeigte die Mannschaft, zu was sie fähig ist, wenn die Einstellung stimmt. Gegen Ulm sind keine personellen Änderungen zu erwarten, zumal sich Lukas Fähndrich von seiner fiebrigen Virusinfektion immer noch nicht erholt hat. Verstärkt wird der Kader durch Daniel Vögele aus der A-Jugend. „Ein Sieg wäre Gold wert“, weiß Sarikoc.

Auch für ihn persönlich. Denn noch weiß er nicht, wie es weitergeht mit ihm in Kirchheim. Sarikoc: „Ich habe noch keinen offiziellen Vertrag mit dem VfL, und der Verein hat auch noch keine Vertragsgespräche mit mir geführt. Das wird wohl erst der Fall sein, wenn wir wissen, wohin die Reise geht.“ Er betont aber gleich: „Wenn das der Fall sein sollte, muss der VfL erst mit meiner Frau über Zahlen sprechen. Nur wenn sie ihr Okay gibt, mache ich weiter. Denn im Moment zahle ich drauf.“ Daimler-Arbeiter Sarikoc wohnt in Süßen und fährt außer zum Schichten nach Untertürkheim vier- bis fünfmal in der Woche nach Kirchheim. Das sind jedes Mal 60 Kilometer mehr.

Zurück zum nächsten Gegner. Die Ulmer enttäuschten am vergangenen Sonntag beim 1:1 gegen Schlusslicht TSG Schnaitheim. Überhaupt ist die Stimmung an der Donau ziemlich auf dem Grund. Nicht nur den kleinen, auch den großen „Spatzen“ in der Regionalliga droht der Abstieg. Dabei spielten die Ulmer, die einst mit den Hoeneß-Brüdern, Wolfgang Fahrian, Toni Turek oder in der Jugend Mario Gomez Nationalspieler in ihren Reihen hatten, in der Saison 1999/2000 noch in der Bundesliga.