Die Rückrunde des VfL Kirchheim könnte man getrost als Berg- und Talfahrt bezeichnen: Nach einem erfolgreichen Start, bei dem die Blauen zehn Punkte aus den ersten vier Spielen einfuhren, mussten sie in den vergangenen vier Partien vier Niederlagen hinnehmen. Ein harter Job für das Trainer-Duo, bestehend aus Tobias Heim und Felix Lache, die nichts unversucht lassen, um erneut wieder in die Spur zu kommen.
Die erste Chance dazu führt die Teckstädter heute zum SV Neresheim (15.30 Uhr), der dem VfL dicht auf den Fersen liegt. Bloß einen Punkt trennt beide Mannschaften aktuell voneinander.
Bei einem Sieg der Blauen und gleichzeitiger Schützenhilfe könnte sich der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze auf sechs Punkte verringern. Entgegengesetzt gleicht eine Niederlage einem vorzeitigen Knockout im Kampf um den Klassenerhalt. „Es ist ein Alles-oder-nichts-Spiel, dennoch fühlen wir uns wie vor jeder anderen Partie. Es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken“, ist sich Lache bewusst.
Die mentale Marschroute bleibt dabei dieselbe, denn auch in ihrer überzeugenden Anfangszeit hatten beide Trainer erklärt, dass man „von Spiel zu Spiel blickt“ und sich von Ergebnissen positiv wie negativ „nicht großartig beeinflussen lässt“.
Unabdingbar ist jedoch, dass es nach der vergangenen 0:3-Pleite gegen den SC Geislingen taktische sowie personelle Veränderung geben muss: „Im letzten Spiel haben wir kollektiv versagt, weshalb wir jede Position hinterfragen werden und es sicherlich Veränderungen geben wird. Wie es am Ende genau aussieht, zeigt sich dann beim Anpfiff“, erklärt der 36-Jährige. Dem VfL spielen dabei Vernetzungen aus früherer Zeit in die Karten, denn Lache stand als Spieler selbst drei Jahre beim Donzdorfer JC unter Vertrag. Der Jugendclub gewann unlängst 6:0 gegen den SV Neresheim. „Wir haben unsere Informanten, die uns über die Stärken und Schwächen des SV berichten“, so Lache.
Das Kartenglück der Blauen scheint dabei nicht ganz ausgeschöpft zu sein, denn Dominik Pfeifer, SC-Stammkraft und spielender Co-Trainer, darf aufgrund einer Gelb-Rot-Sperre lediglich an der Seitenlinie Platz nehmen. Der Croupier teilt die Karten jedoch stets fair aus: VfL-Offensiv-Akteur Valon Dodaj wird ebenfalls aufgrund einer Gelb-Rot-Sperre fehlen. Die Blauen müssen auf dem Feld zudem auch auf ihren Spielertrainer verzichten, nachdem sich Tobias Heim gegen Geislingen bei einem Luftzweikampf einen Nasenbruch zuzog. Für VfL-Kapitän Salih Egrlic ist das kein Grund für Ausreden: „Es ist ein Finalspiel, da muss unsere Einstellung stimmen, denn spielerisch können wir sowieso mithalten.“ Der 25-Jährige steckte bislang selbst schon zwei Mal im Abstiegskampf und weiß daher genau, worauf es ankommt: „Der Spaß am Fußball ist sehr wichtig, denn viel wird mental entschieden.“ Um die 0:1-Hinspielpleite wettzumachen, müssen Spaß und Taktik kombiniert werden. Egrlic: „Das Spiel könnte ein Wendepunkt sein und solange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir kämpfen.“

