Lenningen. Der Schlendrian verdarb den Gastgebern einen durchaus höheren Sieg. Zudem agierte die Wöller-Sieben bei einer klaren Führung oft zu hektisch. Das sind Punkte, die verbesserungswürdig sind. Da sich Plochingen im Wesentlichen nur auf die torgefährlichen Jonathan Munz und Jonas Zimmermann stützen konnte, wurde die SG-Abwehr nicht allzu sehr gefordert.
In den ersten zehn Minuten kam nicht der Eindruck auf, dass der Tabellenvierte gegen den Letzten spielt. Es lag hauptsächlich daran, dass Lenningen klare Torchancen nicht nutzte. Und der TVP hatte mehrfach Pech bei drei Alu-Treffern. Es war Timo Haid, der die Wurfblockade mit dem 5:3 (11.) durchbrach und gleich danach Adrian Schmid am Kreis zum 6:3 (11.) bediente. Freuen durfte sich auch Florian Dieterich, der zuvor drei Riesenmöglichkeiten nicht nutzen konnte und zum 7:3 (13.) traf.
Nun kam die SG ins Rollen, spielte hohes Tempo und überlief die Gäste. Und man traute seinen Augen nicht – Markus Schur, sonst ein Mann der Defensive, explodierte förmlich. Sein 10:4 (17.) wurde von den Fans begeistert begleitet. Dann agierte die SG wieder eine Spur zu lässig. Haids Kunstwurf wurde von Timo Kugler pariert. Die Ausfälle von Oliver Ringelspacher (krank) und Christoph Wald (verletzt) konnte Lenningen gut kompensieren. Marc Pisch füllte die Spielmacherrolle gut aus. Dass in der letzten Minute vor dem Pausensignal die SG zwei Tore zum 17:11 hinnehmen musste, war fehlender Cleverness geschuldet.
Und gleich zu Beginn wieder ein hellwacher Schur, der eine Dreierkombination zum 18:11 abschloss. Plochingen konnte dem nichts entgegensetzen. Nur Munz und Zimmermann sorgten für Gefahr. Das war zu wenig. Nachlassende Gegenwehr ermöglichte es, dass fast alle SG-Spieler sich in die Torschützenliste eintragen konnten. Und nach seiner „Fahrkarte“ machte Haid jetzt alles richtig. Ricki Austen und Jan Lamparter wurde von Klaus Wöller eine Schonzeit verordnet, waren jedoch bei ihren Kurzeinsätzen sehr präsent und treffsicher. Dafür durften die Jungspunde Kevin Ringelspacher und Peter Bächle ran. Heiko Lamparter spielte durch und belohnte sich mit mehreren Paraden selbst.
Wäre beim Vorwärtsstürmen nicht ab und zu Bruder Leichtsinn mit im Spiel gewesen, Lenningens Kantersieg wäre höher ausgefallen. Das sah auch Klaus Wöller so: „Da war zu viel Schlendrian drin.“ Und Christoph Wald meinte lapidar: „Pflichtaufgabe erfüllt.“ Dass am nächsten Samstag gegen den TSV Weilheim einen Gang hochgeschaltet werden muss, ist aber allen klar.döl
SG Lenningen: H. Lamparter, Carrle – Haid (9), Austen (5/3), Schur (5), Pisch (4), Renz (4), P. Bächle (3), J. Lamparter (3), K. Ringelspacher (2), Schmid (2), Dieterich (1), M. Bächle
TV Plochingen II: Kugler, Hsu – Zimmermann (7/1), Munz (4), F. Bosch (3), M. Bosch (2), Buchmann (2), Heber (2), Richter (1), Schäfer (1), Wurst (1), Felcini, K. Hsu, Schmuda
