Kirchheim. Das Gespräch der Kirchheimer Fußballverantwortlichen am Montagabend ist ergebnislos zu Ende gegangenen: Das Abteilungsleiter-Duo Fabian Preuß und Frank Sedlmayer hat gemeinsam mit dem sportlichen Leiter Markus Brühl noch keinen Nachfolger für den vergangene Woche entlassenen Stefan Haußmann gefunden. Allerdings steht das Führungstrio in Kontakt zu drei potenziellen Interessenten, die grundsätzlich bereit sein sollen, das Zepter beim VfL zu schwingen.
Namen will Fabian Preuß nicht nennen. Lediglich die Information, dass zwei Kandidaten aktuell ohne Verein sind, während der dritte noch an einen Klub gebunden ist – just der soll laut Preuß aber der aussichtsreichste Bewerber sein und könnte, sofern sein momentaner Klub ihn ziehen lässt, bereits am kommenden Samstag für den VfL gegen Normannia Gmünd auf der Bank sitzen.
Doch wer könnte der Neue sein? Einer der ersten Namen, die nach der Entlassung von Stefan Haußmann durch die Gerüchteküche waberten, war Uli Haug. Der langjährige Erfolgstrainer des SV Göppingen, der die Stauferstädter aus der Bezirks- in die Verbandsliga geführt hat, ist allerdings seit Sommer mit Herzblut im Management der Göppinger aktiv. Außerdem liegt er mit VfL-Keeper Manuel Doll über Kreuz, der die Göppinger im Juni just wegen Haug Richtung Kirchheim verlassen hatte.
Zwei weitere Namen hat Fabian Preuß indirekt selbst ins Spiel gebracht. Am vergangenen Wochenende auf den engen finanziellen Spielraum bei der Verpflichtung potenzieller Haußmann-Nachfolger angesprochen, sagte der 43-Jährige knapp: „Naja, in Böblingen und Gmünd sieht‘s ja momentan auch nicht gerade rosig aus.“ Ob das im Umkehrschluss heißt, dass man mit dem Böblinger Mario Estasi und dem Gmünder Patrick Widmann gesprochen hat? Fakt ist zumindest, dass die beiden Kirchheimer Ligakonkurrenten in der Tat finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. In Böblingen hat man den Abteilungsmitgliedern erst vor zwei Wochen eine einmalige Zwangsabgabe aufs Auge gedrückt, um zu verhindern, dass am Saisonende eine Etatlücke von rund 90 000 Euro klafft. Und in Gmünd müssen die Verantwortlichen bis 15. November 30 000 Euro zusammenbetteln, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Dass Estasi oder Widmann wegen der Geldprobleme ihrer Vereine lieber zum ebenso klammen VfL kommen würden, gilt dennoch als unwahrscheinlich.
Aus monetären Gründen dürfte auch eine Verpflichtung von Björn Hinck scheitern. Der 35-Jährige war vor Saisonbeginn aus privaten Gründen als Trainer der Stuttgarter Kickers II zurückgetreten, passt als gestandener Oberligacoach mit A-Lizenz allerdings kaum in den Etat des VfL.
Egal, wer‘s wird: Laut Fabian Preuß wird noch diese Woche eine Entscheidung fallen. Sollte keiner der drei Kandidaten den Trainerposten übernehmen, werden die Aufgaben weiter intern verteilt. Soll heißen: Janusz Szuta gibt die Kommandos an der Seitenlinie, während Torwart Manuel Doll und Abwehrspieler Sören Mende auf dem Platz das Sagen haben – von allen Trainervarianten die sicherlich kostengünstigste.
