Fussball
Kicker bringen ihren Kiosk in Schuss

Eigentlich sollte die Verkaufsbude im Stadion des VfL Kirchheim nur etwas aufge­hübscht und ausgebessert werden. Jetzt steht eine Generalsanierung an. 

Bis auf die Außenwände und das Dach ist von dem Kiosk im Kirchheimer Stadion nicht mehr viel übrig geblieben.In den kommenden Wochen soll die Bude komplett saniert werden. Foto: Sandra Langguth

Nach dem Mosolf-Schulen-Cup wollten die Fußballer des VfL Kirchheim in ihrem Kiosk eigentlich nur ein bisschen die Möbel vorrücken, dahinter putzen und die Wände neu streichen. Was dann zum Vorschein kam, war so gar nicht eingeplant. „Wir haben einen Wasserschaden entdeckt und mussten dann die ersten Sachen komplett rausreißen“, berichtet Vincenzo Bresci aus der Jugendleitung, der, wie etliche andere Abteilungsmitglieder und Eltern auch, selbst Hand anlegt und bei der Sanierung hilft. „Es ist dann ziemlich schnell eskaliert, und jetzt existieren eigentlich nur noch die Außenwände und das Dach“, zeigt Abteilungsleiter Marc Butenuth in den großen Raum. Überall steht Werkzeug, es hängen Kabel oder Leitungen aus der Wand, und am Boden wird gerade der Wasseranschluss erneuert. „Wir brauchen den Kiosk auch deshalb, weil es ja keine Stadiongaststätte mehr gibt“, spricht Marc Butenuth ein leidiges Thema an.

Seit wann die Bude genau steht, weiß in der Fußball-Abteilung keiner so genau. „Bestimmt schon 40 Jahre“, schätzt Team-Betreuer Frank Münchinger. Klar, dass es rund um den Kiosk etliche Erinnerungen gibt, nicht wenige davon sind auch mit dem einen oder anderen Siegerbierchen verbunden. 1997 wurde dort beispielsweise der Aufstieg in die Regionalliga gefeiert, 2003 der Sieg im WFV-Pokal. Besonders in Erinnerung geblieben ist ein Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart, der kurz zuvor mit Giovanni Trapattoni einen prominenten Trainer bekommen hatte. „Wir hatten zunächst etwa 800 Karten verkauft. Plötzlich rief einer an und wollte 5000 auf einen Schlag“, erinnert sich Frank Münchinger. Am Ende waren rund 12.000 Besucher im Stadion. Es ging aber auch andersrum. Als Kaiserslautern zum Spiel vorbeikam, hatte das Kioskteam 5000 Rote Würste besorgt. Gekommen sind aber nur 800 Zuschauer. „Das war der größte Reinfall“, berichtet der Team-Betreuer.

Nun soll die alte Bude also schnellstmöglich wieder in neuem Glanz erstrahlen. Bis zum ers­ten Punktspiel am Samstag wird das freilich nichts, aber in etwa vier Wochen wollen die Verantwortlichen fertig sein. Unterstützt werden die Fußballer von der Firma Hamann und von Möbel König. Ansonsten hoffen die Fußballer auf Spenden. „Ich schätze mal, dass wir sicher auf Kosten von rund 10.000 Euro kommen“, sagt Marc Butenuth. Luca Traub aus der Jugendleitung hat daher einen Aufruf gestartet. Auf der Plattform gofundme.com ist die Aktion noch einmal beschrieben. Wer die Kirchheimer Kicker in ihrem Vorhaben unterstützen möchte, kann hier gleich tätig werden. Die Zielsumme liegt bei 5000 Euro, knapp die Hälfte hat die Abteilung inzwischen schon zusammenbekommen.

Auch in Weilheim wird saniert

Ein ähnliches Schicksal hat die Weilheimer Fußballer erwischt. Auch ihr Kiosk ist Opfer eines Wasserschadens geworden. „Wir haben mit der Renovierung begonnen, um unsere Verkaufshütte wieder zu einem Ort zu machen, an dem wir an Spieltagen unsere Zuschauer bestens versorgen können, und der auch für Feiern ein echter Treffpunkt wird“, heißt es aus der TSV-Fußball-Abteilung. Auch hier gibt es einen Spendenaufruf auf gofundme. Bereits mit Blick auf die Ausrichtung des Teckbotenpokals im Jahr 2027 möchten die Kicker am Lindachstadion alles picobello haben.