Erfolgreiches Debüt der Weilheimer Mountainbikerin Kira Böhm (Cube Factory Racing Team) am Sonntag im nordspanischen Banyoles: In einem von tiefem Matsch geprägten Rennen unweit von Girona belegte die 22-Jährige in ihrem ersten Rennen in der Eliteklasse auf Anhieb Platz vier, nachdem sie die meiste Zeit des Rennens als Zweite hinter der zehn Jahre älteren Schweizerin Jolanda Neff gelegen hatte. Die Olympiasiegerin von 2021 feierte einen überlegenen Start-Ziel-Sieg. Luca Schwarzbauer (Canyon CLLCTV) erreichte bei den Männern nur einen enttäuschenden 20. Platz – nach „einer Woche zum Vergessen“, wie der 28-Jährige aus Weilheim es nach dem Rennen ausdrückte.
Ich bin sehr, sehr happy über das Ergebnis.
Mountainbikerin Kira Böhm über Platz vier in ihrem ersten Elite-Rennen, obwohl sogar mehr drin gewesen wäre.
Heftiger Regen hatte die traditionsreiche Mountainbikestrecke über Nacht in eine einzige Matschpiste verwandelt – mit großen Herausforderungen für Mensch und Material. Ohne Sturz oder technische Probleme kam hier kaum jemand ins Ziel. Vor allem das Rennen der Frauen entwickelte sich zur Schinderei. Jolanda Neff, Neuzugang bei dem in Wernau beheimateten Cannondale Factory Racing Team, übernahm schon früh das Zepter und bahnte sich scheinbar müheloser als ihre Konkurrentinnen den Weg über die aufgeweichte Piste. Doch auch Kira Böhm kam mit den widrigen Bedingungen bestens zurecht. Die Zeitmessung wies die junge Weilheimerin bald als Zweite hinter Neff aus. Doch Böhm war sich dessen zunächst gar nicht bewusst: „Ich hatte einen guten Start und war schnell in den Top Ten. Danach bin ich einfach mein Tempo weiter gefahren.“ Weil auch vor ihr gestartete Juniorinnen auf der Strecke waren und die Abstände zwischen den Elite-Fahrerinnen ziemlich groß waren, hatte Böhm keinen Überblick über ihre Platzierung. „Ich kam relativ gut durch, ohne Kettenklemmer oder ähnliches“, berichtet sie. Deswegen wurde sie auch nicht nervös, als sie kurz vor Beginn der vermeintlich letzten Runde von zwei Fahrerinnen überholt wurde: „Die hole ich mir im ersten langen Anstieg wieder“, war sich Böhm sicher. Doch 15 Sekunden bevor sie die Ziellinie überquerte kam die Info, dass das Rennen wegen der schlechten Bedingungen um eine Runde verkürzt worden war. Zu spät für Böhm, zu reagieren. Angesichts des Weltklassefeldes, das in Katalonien am Start war, hielt sich die Enttäuschung über den vierten Platz bei ihr in Grenzen: „Auch wenn es mich ein bisschen ärgert, ich bin sehr, sehr happy über das Ergebnis.“
Weniger glücklich zeigte sich Luca Schwarzbauer, der nur anfangs mit der Spitzengruppe mithalten konnte und zur Hälfte des Rennens aus den Top Ten fiel. Das Rennen der Männer war schon vor dem Start deutlich verkürzt worden – sowohl was die Streckenlänge als auch die Rundenzahl betraf. Die Siegerzeit des Schweizers Lars Forster (Thömus Maxxon) lag bei nur 54:21 Minuten. „Die Bedingungen waren heute so bodenlos, dass es irgendwie auch okay war“, kommentierte Schwarzbauer die ungewöhnlich kurze Rennzeit. Schwarzbauer hatte die Woche über mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen gehabt, der Substanz kostete. Die letzten zehn Plätze verlor er dann bei einem leichten Crash in der letzten Runde, bei dem einige Fahrer noch an ihm vorbei zogen.
Für beide Teckathleten war das Rennen in Banyoles nur eine frühe Standortbestimmung. Böhm wird noch ein mehrwöchiges Trainingslager am Südostende der Pyrenäen dranhängen, Schwarzbauer seine Bachelorarbeit fertig stellen. Nächstes Highlight und erstes wirklich wichtige Rennen wird am ersten April-Wochenende der Weltcup-Auftakt im brasilianischen Araxá sein.

