Spannung, Dramatik und zahlreiche Torchancen auf beiden Seiten. Alles, was sich die rund 250 Zuschauer an der Jesinger Allee vom Revierderby zwischen dem TSV Jesingen und VfL Kirchheim erhofft hatten, bot die Partie – nicht. Nur die typischen Malocher-Elemente eines solchen Lokalduells konnte man trotz geringer Spielqualität keiner der beiden Mannschaften absprechen. Kratzen, Stoßen und kleinere Rudelbildungen lieferte die Partie zwar, ließ im Gegenzug dafür den spielerischen Aspekt fast vollkommen außen vor.
Während in der ersten Halbzeit häufig Ex-Oberligist Viktor Ribeiro mit Tempodribblings auf dem Kirchheimer Flügel für Furore sorgte, waren es aus Jesinger Seite Sascha Flegel (22.) und Simon Kottmann (31.), die per Distanzschuss und Versuch aus spitzem Winkel am überzeugenden Schlussmann Nico Nagel scheiterten. „Das war heute keine gute Partie von uns“, gab VfL-Spielertrainer Ferdi Er nach der Partie offen zu: „Jesingen war besser als gedacht.“
Immer wieder pressten die „Gerstenklopfer“ die Gastgeber hoch, verteidigten zu dem mit einem hohen Abwehrblock, wodurch überwiegend enge Räume in der Kirchheimer Spielhälfte entstanden waren – Gift für das eigentlich starke Kurzpassspiel. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir sind gut genug uns nicht hinten rein zustellen zu müssen“, erklärte Jesingen Coach Christian Mirbauer die taktische Anweisung.
Im zweiten Spielabschnitt verlief die Partie im sprichwörtlichen Sande, Abschlüsse wurden zur absoluten Mangelware. Auf beiden Seiten war es stets der letzte Pass vor einem potenziellen Torversuch, der den nächststehenden Mitspieler nicht erreichte. Folgerichtig kam die Kirchheimer Erlösung deshalb per Standard. Eine Flanke von Mittelfeldakteur Nico Crisigiovanni fand VfL-Stürmer Argjend Shalaj, von wo aus dann der Ball auf den Füßen des 19-jährigen Leotrim Shala landete. Der gelernte Verteidiger schloss kaltschnäuzig ins linke Eck ab – bereits der vierte Gegentreffer nach ruhendem Ball seit der Amtsübernahme von Mirbauer in Jesingen vor rund einem Monat. „Wir sind bereits auf der Suche nach Verstärkung in diesem Bereich“, kündigt Mirbauer an.
Die letzten Minuten der Partie waren geprägt von harten Zweikämpfen, hohen Bällen und weiterhin wenig Torchancen. Nur der eingewechselte TSV-Stürmer Dominik Salinovic hatte den Ausgleich auf dem Kopf, verfehlte jedoch das Tor knapp. (87.).
Der VfL klettert dadurch auf den fünften Tabellenplatz, nach fünf aufeinanderfolgenden Pflichtspielsiegen. „Solche Spiele muss man gewinnen, wenn man eine Spitzenmannschaft sein will“, erklärte Ferdi Er. Für die Jesinger ergibt das die neunte Saisonniederlage – gleichbedeutend mit einem Platz in der Abstiegszone. „Wir dürfen diese Partie niemals verlieren“, bedauerte Mirbauer die Niederlage.
Verdiente Niederlage
Es hatte nicht lange gebraucht, da stand es bereits 1:0 für den SV Ebersbach. Ein Stellungsfehler in der Weilheimer Defensive war dem kaltschnäuzigen Abschluss von SV-Akteur Felix Weisl voraus (5.) vorausgegangen. „Wir haben einfach gepennt“, gestand Weilheim-Coach Salvatore De Rosa, der jedoch beobachten durfte, wie seine Truppe immer besser ins Spiel fand. Nur kurz nach dem Gegentreffer vergab Finn Schubarth die Chance zum Ausgleich, frei vor dem gegnerischen Torwart. Die nutzte dann aber Jannick Hoyler nur wenige Minuten vor dem Seitenwechsel: Auf einen gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld, folgte ein souverän ausgespielter Konter. Doch auch der daraus resultierende Aufschwung in der zweiten Halbzeit reichte nicht für einen Punktgewinn. Die Gäste dominierten zwar lange den Ball, doch entstand kaum echte Torgefahr. „Wir haben nie effektiv nach vorne gespielte“, so De Rosa. Schließlich war es Lars Grünenwald der den Gästen in der 67. Minute per Kopf einen Strich durch die Rechnung machte. „Daraufhin war der Bruch drin“, erklärte De Rosa. Die Weilheimer verloren die Partie laut De Rosa „verdient“ mit 4:2 und rutschen somit auf den siebten Tabellenplatz.
Ligaprimus 1. FC Donzdorf und Verfolger 1. FC Heiningen behaupten nach ihren Siegen gegen die TSG Salach (2:1) und Vorwärts Farndau (4:1) weiter souverän die Tabellenspitze. Der VfL Kirchheim liegt mindestens sechs Punkte zurück.

