Meksud Colic war nach dem ersten Saisonspiel des VfL Kirchheim ein gefragter Mann. Per Fernschuss aus rund 45 Metern hatte der Angreifer gegen den FV Plochingen nicht nur für den spektakulärsten Treffer in der Partie gesorgt, sondern auch für eine Vorentscheidung. „Solch ein Tor erziele ich jedes Wochenende“, scherzte der 33-Jährige nach dem Match gut gelaunt. Nach einem erfolgreichen Gegenpressing sah Colic, dass Plochingens Keeper Felix Rühs einen Tick zu weit vor dem eigenen Tor stand, nutzte dies gnadenlos aus. An solch einen Treffer aus dem Raritätenkabinett konnte er sich spontan nicht erinnern. „Das gelingt mit nur ab und zu im Videospiel gegen Teamkameraden“, berichtete der sonntägliche Doppeltorschütze lachend.
Das 3:0 durch Colic verschaffte dem VfL, der lediglich vor der Pause die klar bessere Mannschaft war, jedoch nicht genügend Ruhe. „Wenn wir unsere Ordnung besser gehalten hätten, wäre es wohl nicht noch so eng geworden“, bilanzierte Kirchheims kickender Coach Ferdi Er. Die Plochinger verkürzten auf 2:3, Teile der Kirchheimer Fans im Stadion an der Jesinger Allee standen folglich kurz vor der Schnappatmung. Letztendlich brachte der VfL auf dem Stadionrasen den Erfolg über die Ziellinie. „Prio haben die drei Punkte“, stellte Meksud Colic trocken fest.
Blitzstart hilft nur kurzzeitig
Für den TSV Weilheim gab es in Frickenhausen kein Happyend. In einer gegen Ende immer hitzigeren Partie verlor der Wiederaufsteiger beim FCF 1:2. „Das war für uns alle ein Vorgeschmack, dass wir eben nicht mehr in der Kreisliga A spielen“, konstatierte Trainer Salvatore De Rosa. Sein Team habe die Frickenhausener nach der Führung zu sehr ins Spiel kommen lassen. Dabei hätte der Wiedereinstieg in die Bezirksliga kaum besser beginnen können. Das 1:0 pro Weilheim fiel nach wenigen Sekunden durch Nai Pascal Amekpo. Bitter fürs Team von Salvatore De Rosa: Finn Schubarth sah kurz vor Schluss die Rote Karte von Schiedsrichter Kevin Letzgus. Nach einem Scharmützel mit einem FCF-Kicker soll es auch verbal deftig zugegangen sein. Die Begegnung zwischen den beiden ehemaligen Landesligisten wirkte über viele Phasen sehr zerfahren.
0:3 kein Grund zur Panik
Auch für den TSV Jesingen endete der erste Spieltag ohne Zähler. „Zu wenig Zweikampf, zu wenig läuferisch“, lautete die Kurzanalyse von Stefan Haußmann bezüglich der Ursachen für die 0:3-Niederlage im Donzdorfer Lautertal-Stadion. Die Gastgeber starteten druckvoll, angetrieben durch den Führungstreffer nach knapp acht Minuten. Ein Doppelschlag zu Beginn der zweiten Halbzeit zog den Jesingern den Stecker. „Die Donzdorfer haben eine starke Mannschaft“, betonte Haußmann, die Konkurrenz müsse den FCD auf dem Schirm haben. Der Null-Punkte-Start löst beim einstigen Oberliga-Fußballer nur bedingt Unwohlsein aus: „Es gibt keinen Grund zur Panik.“
Oldie Tamas macht es vor
Der erste Tabellenführer in der neuen Bezirksliga-Saison heißt SV Ebersbach. Im heimischen Strut zerlegte das Team von Dinko Radojevic, der seine letzte Saison an der Fils bestreitet, den SC Geislingen II nach allen Regeln der Kickerkunst. Beim 7:0-Triumph war Routinier Manuel Tamas einer der Hauptverantwortlichen. Mit vier Treffern übernahm der 38-Jährige gleich mal Platz eins in der Torjäger-Hitliste. Einen gelungenen Einstand als Spielertrainer von Türkspor Nürtingen feierte unterdessen Fatih Özkahraman, einst unter anderem beim TSV Weilheim und VfL Kirchheim am Ball. Zum 5:0-Auftakterfolg gegen den TSV Berkheim trug Özkahraman mit seinem Tor zum 3:0 kurz nach der Pause ein Stück weit mit bei.

