Klammheimlich hat sich der VfL Kirchheim auf die Verfolgung gemacht. Vom Niemandsland in der Bezirksligatabelle bis in Sichtweite des Spitzentrios Donzdorf, Heiningen und Ebersbach. Mit vier Siegen hintereinander. Mit dem frisch getankten Selbstvertrauen liegt am Sonntag beim flatterhaften Elften Türk-spor Nürtingen der fünfte Dreier in greifbarer Nähe, für die „Blauen“ der große Panthersprung der Saison in der Bezirksliga-Tabelle
„Ein Spitzenteam sind wir noch lange nicht“, bremst Spielertrainer Ferdi Er aufkommende Euphorie. „Aber ja, wir haben uns verbessert. Es steht wieder ein Team auf dem Platz. Vor allem die Jungs aus der A-Jugend haben Fortschritte gemacht.“ Ärgerlich sind nur die vielen Langzeit-Verletzten: „In der Regel sind nur elf, zwölf Mann im Training.“ Ein weiteres Manko scheinen fehlende Zentimeter Körpergröße einiger Spieler zu sein, besonders in der Abwehr. Doch mit diesem Nachteil bei gegnerischen hohen Flanken, Freistößen oder Eckbällen, kann der VfL aktuell gut leben. Zumindest so lange die Stürmer Argjend Shalaj (10 Treffer), Meksud Colic (9) oder Fotios Adeneler (7) weiterhin reichlich Tore schießen.
Vier wichtige Spieler fehlen
Ein Kellerderby liefern sich der TSV Jesingen und der FV Plochingen. Nach vier Spielen unter dem neuen Trainer Christian Mirbauer sind die Kicker aus dem Kirchheimer Teilort auf den 14. Tabellenrang abgestürzt. Trotzdem stellt ihm Fußballchef Sven Andler ein positives Anfangs-Zeugnis aus: „Schade sind nur die negativen Ergebnisse. Wir stehen im Verein jetzt alle extrem unter Druck.“
Eine Verletzungsmisere erhöht den Druck. Mit Lukas Preuß und Tom Hammelehle fehlen zwei Spieler langfristig wegen gerissener Achillessehnen. Auch David Weitz muss verletzungsbedingt passen. Jonas Preuß fehlt, weil sein Studium Vorrang hat. Dass der TSV trotzdem nur 18 Gegentore kassiert hat, weniger als Lokalrivale VfL, gehört zu den positiven Erkenntnissen der Saison.
Wieder mehr investieren
Wie Jesingen hat auch der TSV Weilheim vier Langzeit-Ausfälle zu beklagen: Zwei mit Kreuzbandrissen, zwei mit Leistenproblemen. Der spielende Co-Trainer Mike Tausch will das aufgrund eines breiten Kaders aber nicht als Ausrede für das jüngste 2:4 gegen Ebersbach gelten lassen. „Wir haben einfach zu wenig investiert“, meint er im Vergleich zu den fünf Siegen und dem 1:1 danach gegen Heiningen. Gegen Neuling TSV Denkendorf freut sich Tausch auf das Wiedersehen mit dem Ex-Weilheimer Kollegen und Spielertrainer Georgios Natzis, der allerdings seit vier Wochen unter einem Bandscheibenschaden leidet.

