Großburgwedel. Souverän gewannen die Turnerinnen des SSV Ulm (182,55 Punkte) im niedersächsischen Großburgwedel vor dem TSV Unterföhring (174,50). Das junge Kirchheimer Team sicherte sich überraschend mit 171,15 Punkten Rang drei. Die dritte schwäbische Mannschaft in der zweithöchsten Liga, der Heidenheimer SB, kam auf Platz fünf.
Dabei hatte nach dem Schwebebalkendurchgang nichts auf diesen Kirchheimer Erfolg hingewiesen. Die erfahrenen VfL-Starterinnen Lisa Kiedaisch (9,50) und Hanna Grosch (9,40) mussten zähneknirschend zwei Absteiger in ihrem Kürvortrag hinnehmen. Die beiden elfjährigen Debütantinnen Joanna Preuss (9,50) und Antonia Alicke (10,05) hatten jeweils eine Übungsunterbrechung. Kein anderes Team hatte bis dahin weniger Punkte vorzuweisen.
Aufwärts ging es zur Beruhigung des Trainergespanns Pohl und Weber beim Bodenturnen. Jessica Preuss und ihre fünf Jahre jüngere Schwester Joanna turnten alle akrobatischen Elemente perfekt in den Stand. Angefeuert vom Kirchheimer Team brachte die Böckinger Gastturnerin Antonia Alicke ihren Doppelsalto in den Stand und kämpfte weiter um jedes Zehntel. Der Schützling von Landestrainerin Probst wurde mit 12,05 Punkten, der höchsten VfL-Wertung am Boden, bewertet. Lisa Kiedaisch turnte eine taktisch kluge Übung (11,30) und verhalf dem Teckteam zur dritthöchsten Gerätewertung. Der VfL verbesserte sich nach zwei Geräten auf den siebten Platz.
Nach einer langen Oberligasaison erwies sich Jessica Preuss am Sprung auch in der Bundesligamannschaft als zuverlässige Starterin. Auf ihre 11,15 Punkte folgten 12,25 Punkte für den Tsukahara-Sprung von Lisa Kiedaisch. Dorothee Henzler (12,95) entschloss sich beim Einturnen, den Tsukahara in gestreckter Ausführung zu zeigen. Für Antonia Alickes hohen Überschlag mit Salto zog die Jury eine weitere 12er-Wertung. Das Klassement hat sich in diesem dritten Durchgang komplett verändert. Vor dem letzten und entscheidenden Gerät, dem Stufenbarren, lag der VfL zwischenzeitlich auf dem unglaublichen zweiten Platz.
Das VfL-Team, das noch nie in dieser Zusammensetzung einen Wettkampf bestritt, bewies in Großburgwedel an ihrem eigentlichen Zittergerät mannschaftliche Geschlossenheit. Lisa Kiedaisch hatte sich viel für ihren Barrenauftritt vorgenommen, und ihre intensive Vorbereitung hat sich gelohnt. Lisa Kiedaischs 8,75 Punkte waren ein guter Grundstock. Auch Dorothee Henzler war über 9,25 Punkte glücklich. Mit einem schweren Programm wartete Antonia Alicke auf. Ihre Fehler konnte die Bundeskaderturnerin noch während der Übung (9,45) korrigieren, ohne die Übung unterbrechen zu müssen.
Das Highlight für die VfL-Mannschaft setzte die Österreicherin Hanna Grosch. Mit Flugteilen und schwierigen Drehungen konnte sie dem Kampfgericht 11,45 Punkte entlocken. Sensationell entpuppte sich das Kirchheimer Team an seinem Problemgerät als zweitstärkste Mannschaft in Großburgwedel und konnte sich nach allen vier Geräten über den dritten Platz freuen.
Auch eine andere Kirchheimerin hatte Grund zum Strahlen: Mit der Mannschaft des MTV Stuttgart feierte Ex-VfL-Turnerin Adina Hausch den Sieg in der 1. Bundesliga. Hausch konnte am Sprung und am Boden zum Sechs-Punkte-Vorsprung der Stuttgarterinnen einen großen Beitrag leisten.mp
