Ober-Ramstadt. Neben Dominik Weber, der seit Anfang der Woche an einer Sprunggelenksverstauchung leidet, war auch Tobias Wahl wegen Schulterproblemen kurzfristig ausgefallen. So musste die nunmehr aus nur sieben Turnern bestehende Rumpfmannschaft ihre Reise zum TV Ober-Ramstadt antreten, dem Liga-Neuling aus der Nähe von Darmstadt. Das gesteckte Ziel gegen das Schlusslicht war ein deutlicher Sieg – der gelang.
Simon Paul sorgte am Boden mit einer guten Übung und fünf Score-Punkten für einen standesgemäßen Auftakt. Marcus Bay und Markus Gebauer steuerten weitere Punkte bei . Nachdem Manuel Halbisch die Abschlussbahn seiner erst zweiten Bodenübung in der Bundesliga mit einer Anderthalb-Schraube rückwärts in den perfekten Stand gezimmert hatte, war das erste Gerät mit 9:0 Punkten für den VfL entschieden.
Auch am Pauschenpferd ließen die Kirchheimer nichts anbrennen. Moritz Pohl, der zum ersten Mal diese Saison einen Fünfkampf zeigte, ließ seinem Gegner keine Chance. Julian Hausch und Marcus Bay haderten zwar mit den deutlich zu hohen Abzügen für ihre sehr sauber ausgeführten Übungen, konnten aber beide weitere Punkte auf dem VfL-Konto gutschreiben. Nur Simon Paul musste gegen den stärksten der Ober-Ramstädter Punkte liegen lassen und so stand es nach dem zweiten Gerät 21:2.
An den Ringen ging die Kirchheimer Machtdemonstration weiter. Moritz Pohl und Julian Hausch turnten technisch deutlich anspruchsvollere Übungen als ihre Kontrahenten und erturnten vier respektive drei Score-Punkte. Marcus Bay knüpfte an seine starken Leistungen über die Saison an diesem Gerät an und bekam dafür weitere fünf Punkte gutgeschrieben. Nachdem dann Jonathan Kriegelstein den Ober-Ramstädter Ringespezialisten Bernhard Sinn mit weiteren fünf Punkten abstrafte, war auch dieses Gerät deutlich zugunsten der Gäste entschieden (17:0). Der Pausen-Zwischenstand von 38:2 für den VfL konnte sich sehen lassen.
Nach der Halbzeit agierten die Kirchheimer Turner nicht mit der bisherigen Stärke. Ob es am mangelndem Druck oder den nicht ganz der Norm entsprechenden Geräten lag, Moritz Pohl, Marcus Bay, Simon Paul und Manuel Halbisch boten nicht die für sie üblichen Schwierigkeitsgrade, gestalteten aber trotzdem ihre Duelle sehr einseitig und holten weitere acht Score-Punkte.
Am Barren verlor der VfL dann seine weiße Weste. Mehrere kleinere Schnitzer, gepaart mit teilweise schwer verständlichen Kampfrichterentscheidungen, führten dazu, dass Julian Hausch, Moritz Pohl, Simon Paul und Marcus Bay trotz deutlich anspruchsvolleren Übungen fünf Score-Punkte und somit auch das Gerät verloren.
Nach diesem Einbruch entschied das VfL-Team das Reckturnen am letzten Gerät wieder für sich. Nur Julian Hausch musste sich wegen einem unglücklichen Sturz beim Abgang seinem direkten Konkurrenten geschlagen geben. Marcus Bay, Moritz Pohl und Simon Paul gewannen die restlichen Duelle und steuerten weitere Punkte zum 54:10-Endstand bei.
Topscorer wurde Marcus Bay (16 Punkte) vor Moritz Pohl (11) und Simon Paul (9). Da die insgesamt geturnte Punktzahl von 278,35 deutlich hinter den bisherigen Saisonleistungen liegt, lässt sich der Wettkampf nur als Pflichtsieg einordnen. Am letzten Wettkampftag (16 Uhr, Raunersporthalle) wollen die Kirchheimer Turner wieder an die alten Höchstleistungen anknüpfen, um eventuell dem aktuell Tabellenzweiten und Aufstiegskandidaten Karlsruhe den ein oder anderen Gerätepunkt abzuringen.sp