Basketball 2. Liga
Knights erwarten Crailsheim: Wie entzaubert man die Merlins?

Zum Auftakt des Doppelspieltags erwarten die Knights am Freitag ab 20 Uhr Lokalrivale Crailsheim. Am Sonntag geht es für die Ritter nach Nürnberg.

Im Hinspiel in Crailsheim hatten Tyrel Morgan und die Knights noch das Nachsehen – damals noch im Merlins-Trikot: Der aktuell an
Im Hinspiel in Crailsheim hatten Tyrel Morgan und die Knights noch das Nachsehen – damals noch im Merlins-Trikot: Der aktuell angeschlagene Chuck Harris (Nummer 11, links). Foto: Nina Sander

Derbys haben ihre eigenen Gesetze, auch im Basketball. Doch selten standen diese so sehr unter Vorbehalt wie vor dem Prestigeduell der 2. Liga zwischen den Knights aus Kirchheim und den Crailsheim Merlins am Freitagabend ab 20 Uhr. Während die Sporthalle Stadtmitte wieder einmal ausverkauft sein dürfte, bleibt aus Kirchheimer Sicht bis zuletzt offen, wer tatsächlich das Rittertrikot überstreifen kann.

Nach der bitteren Overtime-Niederlage in Bayreuth ist die personelle Lage bei den Teckstädtern angespannt. Sowohl Chuck Harris als auch Lucas Mayer plagen weiterhin Blessuren, ein Einsatz der beiden Guards ist fraglich. „Chuck hat eine schmerzhafte und hartnäckige Fingerverletzung. Lucas kämpft ebenfalls mit den Folgen seines Sturzes in Bayreuth. Bei beiden ist unklar, ob sie am Wochenende auflaufen können“, sagt Knights-Sportchef Chris Schmidt. Die jüngsten Niederlagen haben deutlich gemacht, wie schmal der Grat für die Kirchheimer ist: Fehlen auf den Guardpositionen mehrere Akteure, leidet nicht nur das Tempo, sondern auch die Spielkontrolle.

Dabei wäre gerade gegen Crailsheim ein kompletter Kader von zentraler Bedeutung. Die Merlins reisen als Tabellendritter und mit der längsten Siegesserie der Liga nach Kirchheim. Sechs Erfolge in Folge unterstreichen die Ambitionen der Hohenloher, die den direkten Wiederaufstieg in die erste Liga fest im Blick haben. Der Kader ist entsprechend tief und hochwertig besetzt. Topscorer Anthony Gaines (14,8 Punkte pro Partie) führt eine ganze Reihe zweistelliger Scorer an, zu der unter anderem Vincent Shahid, Brock Gardner, Tyreese Blunt, Marvin Ogunsipe und Neuzugang Xavier Johnson zählen.

„Crailsheim verfügt über alle Optionen. Sie spielen intensiven, schnellen und sehr physischen Basketball. Sie gehören zu den Top drei der Liga und werden eine Rolle um den Aufstieg spielen“, sagt Knights-Trainer Igor Perovic. Für sein Team sieht er dennoch Ansatzpunkte: „Wir spielen zuhause und wollen dagegenhalten. Entscheidend wird sein, die Intensität auszugleichen und das Tempo zu kontrollieren.“

Dass dies möglich ist, haben die Knights trotz zuletzt knapper Niederlagen mehrfach gezeigt. In Bayreuth etwa lieferten die Kirchheimer über weite Strecken eine ordentliche Vorstellung ab, verpassten jedoch in der Schlussphase gleich zweimal die Chance auf den Sieg. Phillip Russell, zuletzt gesundheitlich angeschlagen, avancierte mit 30 Punkten zum überragenden Akteur. Der Guard ist ohnehin der Dreh- und Angelpunkt im Kirchheimer Spiel: Mit 16,8 Punkten pro Partie führt er das interne Scoring an und zählt ligaweit zu den besten Distanzschützen.

Neben Russell tragen mit Tylan Pope, Chuck Harris und Lucas Mayer drei weitere Knights im Schnitt zweistellig zum Punktestand bei – sofern sie einsatzfähig sind. Genau hier liegt der Knackpunkt vor dem Derby: Können die Ritter ihr gewohntes Gesicht zeigen oder müssen sie erneut improvisieren?

Selbstbewusste Merlins

Die Merlins reisen derweil mit breiter Brust an die Teck. Schon das Hinspiel am zweiten Spieltag entschieden die Crailsheimer mit 88:72 für sich, auch in der vergangenen Saison gingen beide Duelle an die Zauberer. Headcoach David McCray warnt dennoch vor den Knights: „Kirchheim hat sich nach einem holprigen Start stabilisiert und spielt guten Basketball. Sie sind physisch stark, reboundstark und spielen viel inside.“

Für zusätzliche Derby-Atmosphäre dürfte der Anhang der Gäste sorgen. Rund 180 Crailsheimer Fans werden die Merlins begleiten, nachdem das Gästekontingent frühzeitig vergriffen war.

Für die Ritter ist das Derby zugleich Auftakt eines kräftezehrenden Doppelspieltags. Bereits am Sonntag wartet mit den Nürnberg Falcons ein weiteres Schwergewicht im Playoff-Rennen. „Das werden zwei extrem schwierige Spiele“, sagt Schmidt. Umso wichtiger wäre ein Erfolgserlebnis am Freitag – sportlich wie emotional. tb