Basketball 2. Liga
Knights laufen gegen die Eisbären heiß

Kirchheims Korbjäger gewinnen das Weihnachtsspiel der 2. Liga gegen Bremerhaven mit 92:67. Vor rund 3800 Fans in der Göppinger EWS-Arena lassen die Ritter dem Tabellenvierten keine Chance.

Tylan Pope im Anflug auf den Korb: Der 24-jährige Forward sorgte mit einem Dunk bereits im ersten Viertel für eines der Highligh
Tylan Pope im Anflug auf den Korb: Der 24-jährige Forward sorgte mit einem Dunk bereits im ersten Viertel für eines der Highlight-Plays. Foto: Nina Sander

Der Bann der EWS Arena ist gebrochen: Nach drei Niederlagen in Folge unterm Hohenstaufen haben Kirchheims Zweitligasbasketballer erstmals seit Oktober 2024 wieder einen Sieg in Göppingen eingefahren. Das in Höhe und Dominanz gleichermaßen überraschende 92:67 gegen die viertplatzierten Eisbären Bremerhaven am Dienstagabend war der achte Sieg der Teckstädter im 14. Saisonspiel. „Die Energie hat heute den Unterschied gemacht“, befand Head Coach Igor Perovic nach dem Coup.

Unter dem frenetischen Jubel der knapp 3800 Zuschauer, darunter zehn wackere Schlachtenbummler aus dem Hohen Norden, waren die Ritter bereits vor Energie strotzend in die Partie gestartet. Vor allem Nick Spinoso und Gian Aydinoglu, die elf der ersten 13 Kirchheimer Punkte erzielten, rissen das Team mit. Nach einem erfolgreichen Korbleger von Lucas Mayer zum 19:9 sah sich Gäs­te-Coach Steven Esterkampf nach fünf Minuten zur ersten Auszeit gezwungen. Das Momentum blieb jedoch bei den Knights: Tylan Pope veredelte einen Steal im ers­ten Highlight-Play des Abends per Dunk zum umjubelten 21:9. Allerdings kamen die Gäste nach den ersten Kirchheimer Wechseln – Nil Failenschmid für Pope und Chuck Harris für Aydinoglu – dank eines 11:6-Laufs wieder auf sieben Punkte heran. Grund genug für Igor Perovic, den Schwung der Eisbären mit einer Auszeit auszubremsen. Mit mäßigem Erfolg: Bis auf zwei versenkte Freiwürfe von Aenas Jung wollte den Rittern bis Viertelende (29:24) kein Feldkorb mehr gelingen.

Morgan stark

Die zweiten zehn Minuten gestalteten sich ausgeglichen(er). Die Eisbären hatten sich besser auf das Tempo der Kirchheimer eingestellt, profitierten aber auch von der schlechter werdenden Trefferquote der Knights, die den Vorsprung bis Mitte des Viertels dennoch meist bei fünf Punkten halten konnten. Dass es wieder mehr wurden, war hauptsächlich Tyrel Morgan zu verdanken, der sich Offensivrebounds schnappte, Würfe blockte und mit vier Punkten maßgeblich für die zwischenzeitliche 43:33-Führung verantwortlich zeichnete. Der Zehn-Punkte-Vorsprung hatte bis kurz vor der Halbzeitpause Bestand, ehe Elijah Miller mit zwei verwandelten Freiwürfen zum 42:51 aus Bremerhavener Sicht stellte.

Nur sieben Gäste-Punkte

Im dritten Viertel hatten beide Teams zunächst Ladehemmung, erst nach 1,40 Minuten brach Bremerhaven den Bann. Entscheidend näher kamen die Eisbären den Rittern allerdings nicht, was der weiterhin aufmerksamen und engagierten Defensivarbeit und einem 9:0-Lauf Mitte des Durchgangs geschuldet war. Folge: Steven Esterkamp musste beim 45:60 aus Sicht seines Teams erneut zur Auszeit bitten. Davon unbeeindruckt schraubten die Ritter dank eines verwandelten Morgan-Dreiers den Vorsprung auf 18 Punkte. Im Rausch dieser Führung ließen sich die Knights in dieser Phase allerdings zu überhasteten Aktionen hinreißen, die Bremerhaven zwischenzeitlich auf 14 herankommen ließen. Am Drive der Gastgeber änderte dies jedoch nichts, bis Viertelende hatten sich die Knights wieder gefangen und gingen beim 68:49 in die letzten zehn Minuten. Bemerkenswert: Gerade mal sieben Punkte hatten die Ritter den Eisbären im dritten Viertel gestattet.

Und das Kirchheimer Defensivbollwerk sollte auch hier halten. Außer zwei Freiwürfen wollte den Gästen in den ersten zwei Minuten des Schlussabschnittes kein Korberfolg gelingen. Emotionaler Knackpunkt: Nachdem Nick Spinoso das 75:51 erzielt hatte, feierten sich die Spieler gegenseitig lautstark und gestenreich auf dem Court und rissen das Publikum so von ihren Sitzen. Überhaupt Spinoso: Nach Tip-in und Block auf der Gegenseite platzte der US-Center, mit 16 Punkten Topscorer der Partie, geradezu vor positiver Energie, als er sich in Jubel-Pose hinter den Korb zwischen Zuschauerrängen aufbaute. Die Gäste, zwischenzeitlich mit 27 Punkten im Hintertreffen, hatten der anhaltenden Eruption der ritterlichen Power nichts mehr entgegenzusetzen. Dass wie bereits beim Sieg gegen Hagen Youngs­ter Neil Schwanenberg ebenso wie Alex Stief noch zu Spielzeit kam, war nur der vorläufige emotionale Höhepunkt. Endgültig aus dem Häuschen gerieten Spieler und Fans, als Stief seine allerers­ten Punkte in dieser Saison zum 92:67-Endstand markiert hatte.

Nächster Halt Koblenz

Weiter geht es für die Ritter nach einer sehr kurzen Weihnachtspause – Igor Perovic gestattet seinem Team nur am heutigen Heilag­abend trainigsfrei – am kommenden Sonntag ab 17 Uhr mit der Auswärtspartie bei den EPG Baskets Koblenz. Die Pfälzer hatten bereits am Montag überraschend bei Schlusslicht Paderborn mit 88:94 verloren.