Basketball, 2. Liga
Knights schalten die Krise auf stumm

Zweiter Sieg im zweiten Derby an diesem Wochenende: Kirchheims Zweitliga-Basketballer schicken Tübingen mit 83:62 nach Hause.

Der „Energizer“ im Kirchheimer Spiel: Knights-Kapitän Lucas Mayer.  Foto: Eibner-Pressefoto/Nina Sander

Zwei Spiele, vier Punkte – Krise beendet. Kirchheims Zweitliga-Basketballer haben am Doppelspieltag in der Pro A auch das zweite Landes-Derby am Sonntagabend gegen Tübingen mit 83:62 gewonnen. Nach dem wackligen Sieg am Freitag in Karlsruhe zeigten sich die Ritter auf allen Positionen deutlich verbessert. Phillip Russell (23 Punkte) und Lucas Mayer (19) setzten offensiv die Akzente. Den Sieg in einem Spiel, in dem die Gastgeber nur kurzzeitig den Faden zu verlieren drohten, sicherte sich das Kirchheimer Kollektiv mit konsequenter Defensivarbeit. „Wir waren heute nicht ohne Fehler, aber wir haben jeden einzelnen durch Kampf wettgemacht“, meinte Kirchheims Head Coach Igor Perovic nach dem Spiel zufrieden. Sein Kollege Henrik Sonko hingegen konnte seinen Ärger schwer verbergen. Was er der Mannschaft zu sagen habe, betonte Tübingens schwedischer Coach, werde er hinter verschlossenen Türen tun.

Was ich der Mannschaft zu sagen habe, werde ich hinter verschlossenen Türen tun.

Henrik Sonko, Tübingens schwedischer Coach

Zwölf Vergleiche bisher in der Pro A, eine ausgeglichene Bilanz mit jeweils sechs Siegen, der aktuell Dreizehnte gegen den Fünften in der Tabelle, dazu eine Mannschaft (Kirchheim), die weiterhin ihre Linie sucht, während die andere (Tübingen) sie nach vier Siegen in Folge gefunden zu haben scheinte. Die Vorzeichen vor dem Duell der beiden schwäbischen Nachbarn sprachen am Sonntag klar für die Gäste.

Doch die Knights hatten beim hart erkämpften Sieg zwei Tage zuvor in der Karlsruher Europahalle nicht nur das Glück auf ihrer Seite, sondern auch neues Selbstvertrauen getankt. Entsprechend intensiv begann die Partie, in der die Ritter dank guter Defense und erfolgreicher Dreier von Mayer und Russell mit 19:13 vorlegten. Kirchheim blieb auch im zweiten Durchgang hellwach, erkämpfte sich vor allem am offensiven Brett immer wieder zweite Bälle und ging beim 25:15 erstmals zweistellig in Führung. Nach einem energischen Dribbling von Lucas Mayer mit erfolgreichem Korbleger zum 27:15 war für Tübingens neuen Mann an der Linie das Maß voll. Tigers-Head Coach Henrik Sonko versuchte mit der ersten Auszeit den Kirchheimer Lauf zu stoppen.

Allerdings vorerst ohne Erfolg. Tübingen, beim knappen Heimsieg gegen Gießen noch mit einer 51-prozentigen Quote aus dem Feld, tat sich offensiv schwer gegen aggressiv verteidigende Ritter. Ein Fehlwurf von Mayer und der anschließende Defensiv-Rebound brachte die Gäste erstmals wieder auf neun Punkte heran. Kirchheim verfiel in den letzten beiden Minuten vor der Pause plötzlich in alte Muster: wilde Aktion, Fehlwürfe, leichte Ballverluste. Die Partie wurde zunehmend zerfahren – mit dem kühleren Kopf aufseiten der Gäste. Nach einer zeitweiligen 15-Punkte-Führung der Knights ging es mit einem 35:30 in die Kabine.

Bange Blicke beim Kirchheimer Anhang in der Pause: Ein schwaches drittes Viertel war aus Kirchheimer Sicht in dieser Saison schon häufig der Knackpunkt im Spielverlauf gewesen. Diesmal starteten die Knights mit einem 5:0-Lauf in die zweite Hälfte. Doch Joel Pelote, mit 22 Punkten Topscorer auf Tübinger Seite, antwortete prompt mit zwei Dreiern. Kirchheim mit viel Herz, die Tigers mit den klareren Aktionen. Allerdings verteidigten die Ritter ihren knappen Vorsprung weiterhin, mussten offensiv aber zunehmend ins Risiko gehen. Nil Failenschmid beendete mit seinem Dreier zum 49:43 eine Serie von Kirchheimer Fehlwürfen. Für den Paukenschlag zum Ende des dritten Viertels sorgte dann Lucas Mayer mit einem Buzzerbeater von weit vor der Dreierlinie zum 57:48.

Was folgte, war ein kampfbetontes Schlussviertel, in dem sich die beiden Kirchheimer Nachwuchskräfte Nil Failenschmid und Gian Aydinoglu defensiv Bestnoten verdienten. Nachdem Russell per Korbleger den Vorsprung wieder auf elf Punkte geschraubt hatte, antwortete Pelote prompt mit seinem vierten Dreier. Wie am Freitag in Karlsruhe klappten die Ritter nun das eiserne Visier herunter, ließen sämtliche Attacken des Gegners abprallen und nahmen die Halle mit. Tübingens Aufholjagd verpuffte, und auf Kirchheimer Seite übernahmen die beiden Guards und Topscorer Lucas Mayer und Phillip Russell Verantwortung im Angriff. Vor allem Russell, der sich zuletzt Vorwürfen ausgesetzt sah, er würde in entscheidenden Momenten abtauchen, erwies sich diesmal als der erhoffte Spielgestalter – mit klugem Foul- und Zeitmanagment und einer hundertprozentigen Freiwurfquote.