Konstanz. Die VfL-Basketballer haben auch beim zweiten Auswärtsspiel nach dem Aufstieg in die Oberliga Lehrgeld bezahlt. Ebenso wie beim 70:81 in Rottenburg vor zwei Wochen hielten die jungen Kirchheimer wieder fast das ganze Spiel mit, machten wieder die gleichen Fehler, hatten wieder die gleichen Probleme in der Offensive und verloren wieder in der Schlussphase. „Die Oberliga entwickelt sich für uns zum Schulprojekt“, sagte Pasko Tomic deshalb hinterher. „Auswärts sind wir 30 bis 40 Prozent schlechter als zu Hause.“ Da heißt es wohl, Hausaufgaben machen.
Dennoch war nicht alles schlecht bei der im dritten Spiel zum dritten Mal siegreichen ProB-Reserve vom Bodensee. Schließlich führte der VfL gegen den TV Konstanz, der allerdings auf gleich drei seiner besten Spieler, darunter Topscorer Sandro Heberlein, verzichten musste, drei Minuten vor Schluss mit 58:57. Und wie er dahin gekommen war, war trotz der Fehler auch beachtlich. Nach ausgeglichenem ersten Viertel und der 15:14-Führung nahm sich der VfL eine kleine gedankliche Auszeit. Konstanz zog auf 34:27 davon. Aber mit viel Biss holte der VfL nach der Pause diesen Rückstand auf und führte vor dem Schlussviertel wieder mit 48:47. Wenn man sich nicht so viele Ballverluste geleistet hätte (Tomic: „Allein beim Dribbling haben wir über zehnmal den Ball verloren“), wäre viel mehr möglich gewesen.
Doch so kam es zu diesem wieder entscheidenden Schlussviertel. Und da war einzig Shkelzen Bekteshi in der Lage, zu punkten. „Wir versuchen ständig zu klären, warum das so ist, aber so richtig fündig geworden sind wir nicht“, sagte Tomic. Manche Spieler verstecken sich, andere suchen nur Bekteshi. Der Knights-Spieler jedenfalls erzielte alle 14 Kirchheimer Punkte im vierten Viertel bis zum 62:66 (39.), dann traf Manuel Ivanovic zum 64:66 (30.). Danach fiel nichts mehr durch die Konstanzer Reuse, die Gastgeber wiederum trafen noch drei von vier Freiwürfen zum 64:69.
Die Frage ist nun: Pädagogik oder Psychologie? Und: Wie gut ist Tomic in diesen beiden Sparten? Am kommenden Samstag erwartet der VfL die Tübinger Zweite. Da sollte das Punktekonto unbedingt wieder ausgeglichen werden. Man wird sehen, wie die junge Truppe mit diesem Druck umgehen kann. Oder, ob die Älteren wie Kapitän Dominik Eberle, Matti Beck und Simon Zimmermann, in Konstanz ohne jede Korbgefahr, wieder eine Art Führungsrolle übernehmen können.ut
VfL Kirchheim: M.Beck, S.Bekteshi (29/2), C.Bozic (13), Z.Bozic (n.e.), Eberle, Ivanovic (7/1), Reichmuth (n.e.), Reza, Schraml (3/1), Sibinovic (10/1), Zimmermann (2).
