VfL-Basketballer erwarten Oberligazweiten
Korbjäger wider die 
„grausamen Minuten“

Nach drei Wochen Pause steigen die Oberliga-Basketballer des VfL Kirchheim wieder ins Geschehen ein. Gegen Mitaufsteiger TV Marbach soll am Sonntag (17.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) unbedingt der zweite Saisonsieg her.

Kirchheim. Der Tabellenletzte Kirchheim gegen den Zweiten Marbach – da sollte die Frage nach dem Favoriten hinfällig sein. Ein genauerer Blick auf die Tabelle untermauert den Unterschied zwischen beiden Teams: Der TV hat ein Korbverhältnis von 369:393, also minus 24, der VfL 343:361, also minus 18. Was aber zählt, sind die Siege, und da liegt Marbach mit 4:1 gegenüber der 1:4-Bilanz der Teckstädter vorne.

Die Mannschaft von Uli Heyden, dem Vater des Bundesligaprofis und Ex-Knight Philipp, ist sehr ausgeglichen. Die beiden Topscorer Markus Freitag (23 Jahre/15,8 Punkte pro Spiel) und Lukas Oesterle (19/15,3) stechen nur minimal hervor. Der TV gewann beim MTV Stuttgart II zum Auftakt mit 80:76, dann in Reutlingen 85:78, schließlich gegen den TV Derendingen 80:78, bevor es beim Spitzenreiter BG Remseck (ohne Oesterle) eine 45:85-Klatsche setzte. Die Wiedergutmachung gegen den Vorletzten Göppingen gelang mit dem 79:76 zwar knapp, aber das Muster liegt jedoch auf der Hand: Die Siege sehen alle gleich aus.

Das umgekehrte Bild lieferte der VfL ab, der seine Spiele ständig durch grottenschlechte Phasen, meist ge­gen Ende, vermasselte. Tomic: „Wir müssen unsere grausamen drei Minuten eliminieren.“ Wenigstens stehen ihm am Sonntag alle Mann zur Verfügung und sind „einigermaßen fit“ (Tomic). Der Coach lobt seine Truppe sogar: „Wir trainieren sehr gut, da ist viel Feuer dabei. Irgendwann wird sich die Arbeit lohnen.“

Am besten schon am Sonntag, denn Tomic weiß auch: „Wir brauchen jetzt einen Erfolg.“ Denn gerade für einen Aufsteiger wirken ordentliche Spiele, die mit knappen Nieder-lagen enden, fatal aufs Selbstvertrauen. Man kann hoffen, dass die unvermeidliche Abwärtsspirale, die eine solche Serie auslöst, durch die drei Wochen Pause nach dem letzten Spiel etwas gebremst wurde – das Gegenmittel haben nun mal nur die Spieler selbst in der Tasche.

Helfen könnte der blutjungen Truppe die Erinnerung an das Testspiel am 8. September, als man in der Sporthalle Stadtmitte gegen den Mitaufsteiger 76:71 gewann. Allerdings nahm man sich auch damals seine „drei Minuten“, verschenkte einen 65:59-Vorsprung und ließ den 65:65-Ausgleich zu, bevor man in der Verlängerung die Oberhand behielt.

Für Tomic ist so etwas sowieso irrelevant: „Dieser Sieg zählt natürlich gar nichts. Wir haben großen Respekt vor Marbach.“ Er sagt aber auch: „Wir spielen zu Hause und werden uns nicht verstecken.“ Wie das funkti­onieren wird, kann man am Sonntag ab 17.30 Uhr in der Sporthalle Stadtmitte sehen. Der Eintritt ist wie immer frei.ut

VfL Kirchheim: M. Beck, S. Bekteshi, C. Bozic, Eberle, Ivanovic, Marino, Munz, Nakov, Reichmuth, Reza, Schraml, Sibinovic, Zimmermann