Oberligist VfL Kirchheim landet beim 3:0 in Freiberg seinen vierten Sieg in Folge
Kriks kennt fast alle Tricks

Gute Laune auf dem Freiberger Wasen: Bei 21 Grad und strahlend blauem Himmel hat Oberligist VfL Kirchheim einen weiteren kräftigen Schluck aus der Punktepulle genommen. Abstieg? Kein Thema mehr nach einem souveränen 3:0 (2:0) und dem vierten Sieg in Folge.

Freiberg/Neckar. Wer am vergangenen Samstagnachmittag eine Spielbilanz zog, hatte Schwierigkeiten, sich an nennenswerte Torchancen für die Gastgeber zu erinnern. Eine Hand reichte locker zum Zählen aus – nicht eine einzige hochkarätige SGV-Möglichkeit war dabei. Ein Kopfball, ein von Kirchheims Keeper Huber glänzend parierter Fernschuss, ein bisschen Gewühl im Strafraum – es war erstaunlich wenig, was die Freiberger in der Offensive zuwege brachten. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ein halbes Dutzend A-Jugend-liche im Kader hatten“, meinte SGV-Trainer Marcus Wenninger nach dem Abpfiff.

Was wiederum für den VfL Kirchheim spricht, denn genau dessen Jugendstil machte den Unterschied sowie die sicher stehende Abwehr. Angetrieben von einem überragenden Mike Baradel auf der linken Seite sowie einem ideenreichen Mittelfeld, schrieben wieder einmal zwei Youngster die VfL-Erfolgsgeschichte. Wie in der Partie gegen den VfB Neckarrems (2:1) zeichnete sich Angreifer André Kriks als Doppeltorschütze aus.

Der Junge kennt fast alle Tricks: Er ist nach einem Zuspiel kaum vom Ball zu trennen, kann das Leder sehr gut abschirmen, verfügt über eine gute Schusstechnik. Kein Wunder, dass der 19-Jährige sowohl in der 21. Minute als auch zwölf Minuten später alles richtig machte. Zunächst nahm er eine Gürol-Flanke an der Strafraumgrenze mit der Stiefelspitze, dann mit der Brust an, war schneller als gleich drei Freiberger Verteidiger, narrte diese mit einer Drehung, schoss mit links rechts unten ein.

In der 32. Minute schockte Kriks den SGV erneut. Benjamin Barth hatte den Ball hoch und steil in die gegnerische Hälfte gepasst, André Kriks erkämpfte sich das Leder im Sprintduell mit dem Gegner. Anschließend lief er auf den Freiberger Keeper Kevin Kunz zu, schoss jenen an, um anschließend die abprallende Kugel aus kurzer Distanz locker und leicht über die Linie zu bugsieren – abgezockt.

Das schönste Tor aus spielerischer Sicht war freilich das 3:0 sieben Minuten vor dem Abpfiff. Der fleißige Christian Kuhn passte nach einem Sololauf von der linken Seite flach in den Strafraum, der bedrängte Kriks fiel zwar bei der Ballannahme hin, spitzelte die Kugel aber am Boden liegend zum aufgerückten Akin und der markierte mit einem satten Schuss ins rechte Eck den letzten VfL-Treffer in diesem Match.

Das 3:0 war in jeder Hinsicht verdient. Auch deshalb, weil der VfL von der ersten Minute als das reifere Team im Wasen-Stadion wirkte. Ruhig und überlegt wanderte der Ball von Beginn an in der Defensive, schnell schalteten Eisenhardt und Co. um, hellwach waren die Offensivkräfte, um die Ideen zu verarbeiten – es gab in punkto Abgeklärtheit wohl keine überzeugendere VfL-Vorstellung in dieser Saison. Nach zwölf Punkten aus den vergangenen vier Partien wird die Rest-Saison fast schon zur Kür für die Mannen von Trainer Rainer Kraft.