Dettinger Volleyballerinnen vorzeitig Vizemeister der Oberliga
Langes Spiel, kurze Feier

Nach 81 Minuten und drei hart umkämpften Sätzen hatten sie es geschafft: Dank eines 3:0-Heimsiegs über die TSG Backnang haben sich die Oberliga-Volleyballerinnen des TTV Dettingen vorzeitig die Vizemeisterschaft gesichert. Nun fiebert das Team um Trainer Wolfgang Babinger möglichen Aufstiegsspielen zur Regionalliga entgegen.

Dettingen. Zeit ist Geld – auch im Volleyball. Da den Dettinger Schmetterkünstlerinnen die Hallengebühr stundenweise in Rechnung gestellt wird, begnügten sich die TTV-Volleyballerinnen nach dem vorzeitigen Gewinn der Vizemeisterschaft am Samstagabend auf ein Gläschen Sekt in der Kabine, statt die halbe Nacht lang zu feiern. „Das holen wird beim offiziellen Saisonabschlussfest im April nach“, erklärte Teamsprecherin Kerstin Schröder.

Der Freude über den größten Erfolg der Vereinsgeschichte tat das abrupte Feierende keinen Abbruch. „Wir sind natürlich sehr stolz“, fasst Schröder die Gefühlslage der Mannschaft nach dem entscheidenden Punkt zum 3:0-Sieg über Backnang zusammen, durch den die Dettingerinnen einen Spieltag vor Saisonende nicht mehr von Platz zwei zu verdrängen sind.

Dabei war es um die Mannschaft beim Anpfiff nicht ganz so gut bestellt. Die Abwesenheit von Libera Tina Frank und Diagonalangreiferin Theresa Kober rissen große Lücken in die Dettinger Annahme und Abwehr, was die Gäste aus Backnang immer wieder ausnutzten. Dazu hatte das Team um Trainer Habboubi der Ehrgeiz gepackt: um die Liga aus eigener Kraft zu halten, hätte die TSG einen Punkt gebraucht. Doch der TTV ließ sich von den ehrgeizigen Gästen nicht unter Druck setzen, sondern zeigte vor allem über Diagonalangreiferin Sabine Beck druckvolle Aufschläge. Dennoch war das 28:26 im ersten Satz hart umkämpft. Der zweite und dritte Durchgang blieben ähnlich spannend. Während der TTV anfangs jeweils in der Annahme zu kämpfen hatte und in Rückstand geriet, spielten sich die Backnangerinnen zunehmend in Rage. Ihr Übermut wurde allerdings prompt bestraft. Mittelangreiferin Kerstin Schröder und Youngster Yasemin Pinar stoppten den gegnerischen Angriff ein ums andere Mal und verhinderten damit den Satzverlust (25:22;25:22). Nach für Volleyballverhältnissen langen 81 Minuten waren die drei Punkte in trockenen Tüchern, und der TTV konnte sich einen Spieltag vor Saisonende die Vizemeisterschaft sichern.

Theoretisch käme es für den TTV nun dank dieses Coups zu zwei Aufstiegsspielen zur Regionalliga gegen den Zweiten der Oberliga Baden, nach aktuellem Stand entweder der TSV Weingarten oder der USC Freiburg. Da für die kommende Saison aktuell jedoch kein Startplatz in der Regionalliga frei ist, bleibt abzuwarten, ob die Aufstiegsspiele überhaupt ausgetragen werden. Nur, falls ein Team zurückziehen oder nicht für die Regionalliga melden würde, hätten TTV oder der badische Vertreter eine Chance auf Versetzung. Fest steht momentan nur, dass eventuelle Aufstiegsspiele bis spätestens 10. Mai ausgetragen sein müssen. Die Dettingerinnen, die kommenden Samstag um 18 Uhr beim SV Horgenzell ihr letztes Saisonspiel bestreiten, trainieren ohnehin erstmal bis Ende April weiter. tb/kes

TTV Dettingen: Babinger, Beck, Burkhardt, Heinrich, Kehle, Pinar, Preuß, Schröder, Stief