Fußball-Bezirksliga
Last-Minute-Gerstenklopfer im Glück

Das Jesinger 2:2 fällt erst in der Nachspielzeit, während der TSV Weilheim und der VfL Kirchheim nach Rückständen ungefährdete Siege einfahren und sich tabellarisch vorne festsetzen.

Marc Laier (vorne) und seineJesinger im Glück: Kurz vor Ende fiel noch der Ausgleich. Foto: Markus Brändli

Fortes fortuna adiuvat – den Mutigen hilft das Glück. Das lateinische Sprichwort passte gestern bestens zum TSV Jesingen – auch wenn dessen Trainer Christian Mirbauer nicht so recht wusste, ob er sich über den späten Ausgleich in der zweiten Minute der Nachspielzeit freuen oder über den schmalen Punkt traurig sein sollte. Die Einsicht kehrte beim Jesinger Übungsleiter  freilich schnell zurück: „Unterm Strich war das Remis wohl nicht ungerecht.“

Dabei war der erste und torlose Spielabschnitt nichts für Fußball-Feinschmecker. Vielmehr sahen die wenigen Zuschauer in den Lehenäckern einen Abnutzungskampf zweier kampfstarker Teams, die zwar tabellarisch nicht mit dem Rücken zur Wand stehen, diese aber schon spüren können. Kapitän Timo Mader hatte nach einem Zuspiel von Marc Laier die beste Chance, verpasste aber knapp (17.).

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel ansehnlicher. Und gleich die ersten Jesinger Chance verwandelte Sascha Flegel mit einem fulminanten 15-Meter-Diagonalschuss zur Führung. Fast im Gegenzug entschärfte TSV-Goalie Patrick Weigel einen Kopfball von Patrick Warth per Glanzparade. Ein Foulelfmeter führte nach einer knappen Stunde dann zum nicht unverdienten Ausgleich der Plochinger, die in der Folgezeit mehr Ballbesitz hatten. Das Spiel stand in dieser Phase auf der Kippe und als Lukas Werner die Plochinger Führung in der 89. Minute markierte, dachten viele schon, dass es das gewesen sei. Die Gerstenklopfer zeigten aber einmal mehr, dass sie das Thema Nachspielzeit beherrschen. Mit vollem und mutigem Körpereinsatz, der zu einer schmerzhaften Rückenlandung führte, gelang Innenverteidiger Daniel Kannapin schließlich der Last-Minute-Ausgleich.

Fünfter VfL-Sieg in Folge

Nicht wunschgemäß begann die Partie bei Türkspor Nürtingen auch für den VfL Kirchheim. Die „Blauen“ waren schon in der ersten Halbzeit das bessere Team, hatten zwei Riesenchancen durch Elias Kiedaisch, lagen aber 0:1 zurück. Die Platzherren hatten auf dem Kunstrasen am Hölderlin-Gymnasium quasi eine hundertprozentige Chancenausbeute. Auch nach der Pause dauerte es bis zur 69. Minute ehe Nico Crisigiovanni der Ausgleich gelang. Danach ging es Schlag auf Schlag: die erstmalige VfL-Führung glich der Ex-Kirchheimer Fatih Özkahraman noch aus. Die weiteren Tore der Teckstädter fielen dann gegen nun aufgerückte Türkspor-Akteure praktisch im Drei-Minuten-Takt. „Wir sind auf einem guten Weg und wollen unsere Serie weiter ausbauen“, resümierte ein zufriedener VfL-Coach Ferdi Er nach der Partie.

Weilheimer belohnen sich

Gleich dreimal waren die Limburg-Kicker in der ersten Spielhälfte auf das Tor des TSV Denkendorf zugelaufen – und genau so oft an Keeper Hendrik Gil oder am Schusspech gescheitert. Die Gäste aus dem Neckartal machten das besser und nutzten die letzte Gelegenheit der ersten Halbzeit zur schmeichelhaften Führung durch Lukas Löw.

Nach dem Seitenwechsel zeigte der TSV Weilheim aber, warum die Mannschaft im Moment zu Recht im ersten Tabellendrittel zu finden ist. Geduldig belohnte sich die Truppe von Coach Salvatore De Rosa Stück für Stück, mit Toren von Jannick Hoyler (50.), Tim Reick (62.) und Marco Libhafsky (73.). „Nach dem Ausgleich war mir klar, dass wir das Spiel gewinnen“, resümierte Trainer De Rosa selbstbewusst und betonte, dass seine Mannschaft „voll im Soll“ sei.