Fußball
Laurin Preuß will am College durchstarten

Für Laurin Preuß beginnen spannende Zeiten. Der 19-jährige Innenverteidiger des TSV Jesingen tritt ein Stipendium an der University of New Hampshire an.

Laurin Preuß freut sich auf die Zeit am College. Foto: pr

Am Montag saß Laurin Preuß im US-Generalkonsulat in München beim Interview für sein Visum, anschließend buchte er den Flug, und nun geht es für den 19-Jährigen für die ersten drei Monate in die USA. Dort beginnt der Jesinger ein Studium und wird Teil des Collegeteams. Für den Innenverteidiger, der seit zwei Monaten beim TSV Jesingen spielt, ist es bislang die längste Zeit, die er am Stück von zu Hause weg sein wird. „Ich bin ehrlich gesagt schon ziemlich aufgeregt, aber ich freue mich auch auf die neue Herausforderung“, erklärt Laurin Preuß.

Erfahrung im Ausland hat der 19-Jährige bereits während seiner Zeit in der Nationalmannschaft sammeln können. Der Weg dorthin führte den Jüngsten von vier Söhnen zunächst von seinem Heimatverein in Jesingen zum VfL Kirchheim. „Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu kicken“, erinnert sich Laurin Preuß. Kein Wunder, schließlich waren seine drei Brüder auch alle beim Fußball. Nach zwei Jahren wechselte das Talent zum VfL Kirchheim, wo er weitere zwei Jahre spielte. Bei einem Sichtungsturnier mit einigen gro­ßen Bundesliga-Vereinen wurde er vom VfB Stuttgart zu einem Training eingeladen. Dort kämpfte sich Laurin Preuß durch ein Auswahlverfahren in die Top Elf, die dann letztlich als U 11-Mannschaft am Spielbetrieb teilnahm. Von da an änderte sich nicht nur für den damaligen Schüler des Schlossgymnasiums einiges, sondern auch für die gesamte Familie. „Ich hatte dreimal die Woche Training in Stuttgart. Das war schon eine ganz schöne Fahrerei für meine Eltern“, erinnert sich der 19-Jährige. Zumindest, bis er allein die S-Bahn nutzen konnte.

Länderspiele in der U17

Beim Verein mit dem Brustring war der Jesinger noch bis vor Kurzem unter Vertrag. Während seiner Zeit in der U 16 und U 17 trug er sogar das Nationalmannschafts-Trikot. „Ich habe auch einige Spiele bestritten. Das war schon eine spannende Zeit.“ Entdeckt wurde er in der Junioren-Bundesliga. „Da schauen immer wieder DFB-Scouts zu, die dann entsprechende Spieler zum Lehrgang einladen.“ Dort gibt es dann Testspiele gegen andere Nationen. Sein erstes Länderspiel bestritt Laurin Preuß beim DFB-U 16-Lehrgang in Portugal. Dort ging es gegen den Gastgeber und gegen England. Und bei einem Vier-Nationen-Turnier traf die deutsche Mannschaft auf die Teams aus Ungarn, Israel und Belgien.

In der U 19 war dann Schluss mit der Nationalmannschaft. „Ich war vier Monate verletzt, total unnötig, aus eigener Dummheit“, erzählt Laurin Preuß. „Nach dem Training habe ich mit einem Teamkollegen noch ein paar lange Bälle gespielt, und einer kam etwas zu lang. Ich wollte einen Scorpion-Kick machen und hab gleich gemerkt, wie irgendwas gefatzt ist.“ Es war eine Sehne im Oberschenkel, musste sogar operiert werden. „Das war schon hart am Anfang für mich“, gibt der 19-Jährige zu.

Kontakt zu mehreren Unis

Nun fängt für den Jesinger ein neues Kapitel an. Da sich abgezeichnet hatte, dass sein Vertrag beim VfB auslaufen würde, setzte er sich mit seinem Berater zusammen und überlegte, wie und wo es für ihn weitergehen könnte. „Meinen Eltern ist wichtig, dass ich neben dem Fußball auch ein zweites Standbein habe“, sagt der Jesinger. Schnell kam die Idee auf, es am College zu versuchen, um Studium und Sport bestmöglich zu kombinieren. Über eine Agentur für Scolarships wurden einige Videos von Laurin Preuß und seine Fitnessdaten an verschiedene Trainer geschickt, die sich bei Interesse dann bei ihm melden konnten. So hatte der 19-Jährige mit mehreren Colleges Kontakt. Am Ende wurde es die University of New Hampshire an der Ostküste.

Am 24. August ist offizieller Studienstart. Dann geht es auch mit dem Kicken los. Das College spielt in der Division one, der höchsten Liga in den USA. Zwei Spiele stehen dann pro Woche auf dem Programm. „Das System dort ist ganz anders“, erklärt Laurin Preuß, der in den Semesterpausen immer wieder nach Hause kommt und dann auch den TSV Jesingen in der Bezirksliga unterstützen kann. Zuletzt war er beim Teckbotenpokal im Einsatz. „Ich bin gefragt worden, ob ich aushelfen könnte. Ich wollte da schon immer mal mitspielen.“