Gegen die hochkarätig besetzten Gäste von Exquisa Oberbayern waren die Zweitliga-Turner des VfL Kirchheim chancenlos. Bei der deutlichen 3:85-Heimniederlage in der Raunersporthalle stand allerdings weniger das Ergebnis als vielmehr die Weiterentwicklung der Mannschaft im Vordergrund. Trotz der Niederlage behaupteten die Kirchheimer ihren vierten Tabellenplatz.
Bereits vor dem ersten Gerät waren die Rollen klar verteilt: Während die Gäste aus München mit einer hochkarätig besetzten Mannschaft anreisten, setzte der VfL bewusst andere Schwerpunkte. Zu den Leistungsträgern der Bayern zählt mit Mykyta Streltsov ein ukrainischer Turner, der aktuell zweiterfolgreichste Scorer der Liga. Da er allerdings bereits seit einiger Zeit in Deutschland lebt, wird er nicht als Gastturner gewertet. Ergänzt wurde das Münchner Aufgebot durch den Engländer Remell Robinson-Bailey und den Schweizer Andrin Frey.
Der VfL musste hingegen weiterhin auf Leistungsträger Marcus Bay verzichten und entschied sich zudem bewusst dagegen, einen ausländischen Gastturner einzusetzen. Stattdessen nutzten die Kirchheimer die Begegnung, um ihre Mannschaft weiterzuentwickeln und einige Stammkräfte zu schonen. So erhielten unter anderem Markus Neher und Julian Hausch, die zuletzt mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen hatten, Pause an einigen Geräten.
Die dadurch entstandenen Möglichkeiten wussten die übrigen Turner zu nutzen: Manuel Hofmann feierte sein Comeback am Boden und erhöhte darüber hinaus am Pauschenpferd den Schwierigkeitsgrad seiner Übung deutlich. Sascha Frohneberg kam derweil zu seinem allerersten Bundesligaeinsatz am Sprung. Auch am Barren gab es Neues zu sehen: Sowohl Manuel Halbisch als auch Markus Neher präsentierten erstmals neue Elemente im Wettkampf.
Aus Ergebnissicht blieb den Gastgebern allerdings wenig Grund zur Freude. Die Gäste aus Oberbayern turnten durchweg deutlich schwierigere Übungen und ließen dem VfL damit keine Chance, Scorepunkte zu sammeln. Lediglich Henning Weise gelang es an den Ringen, den Münchnern drei Scorepunkte abzunehmen. Dass am Ende ein deutliches Ergebnis von 3:85 auf der Anzeigetafel stand, kam angesichts der Kräfteverhältnisse daher wenig überraschend.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem VfL allerdings nicht, denn bereits am kommenden Samstag wartet mit dem TSV Pfuhl der aktuelle Tabellenführer. Auch diese Begegnung stellt die Mannschaft vor eine große Herausforderung. Dennoch gilt es, den Kopf nicht hängen zu lassen und die kommenden Wettkämpfe ebenfalls gezielt zu nutzen, um weitere Elemente auszuprobieren und die eigenen Übungen weiterzuentwickeln. Zumal sich der Blick bereits auf den letzten Wettkampftag am 21. November gegen den TSV Unterföhring richtet. Dort möchte der VfL noch einmal alle Kräfte bündeln und die Saison mit einer Platzierung im Tabellenmittelfeld abschließen. hw

