Mit vier Podestplätzen und vier Final-Platzierungen hat sich der Nachwuchs des Leichtathletikkreises Esslingen bei den Deutschen Meisterschaften im neu renovierten Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid bärenstark präsentiert. Gold gab es für Jonathan Hummel (LG Leinfelden-Echterdingen) im Stabhochsprung der männlichen U18, Silber für Lukas Melzer (LG Teck) im Hammerwerfen der U18. Jubeln über Bronze durften Konstantinos Pindonis (TSV Frickenhausen), im Diskuswerfen und Benedikt Haym (LG Filder) über 800 Meter bei der U20.
Geschwister mit Licht und Schatten
Lukas Melzer behielt seine Nerven im Griff, als er zum entscheidenden sechsten und letzten Versuch in den Hammerwurf-Ring trat. Nur wenige Minuten vorher war der 16-Jährige aus Kirchheim, der bis dahin eine Weite von 59,82 Metern stehen hatte, vom Mitfavoriten Philip Hartmann (DJK Aschaffenburg), der sich im letzten Durchgang von 59,20 auf 60,93 Metern steigern konnte, vom zweiten auf den dritten Platz verdrängt worden. Melzer wirkte konzentriert und zuversichtlich, als wolle er sagen, das reiß ich nochmals herum. Nach vier schnellen Drehungen flog der sechs Kilogramm schwere Hammer in einem optimalen Abflugwinkel durch das Stadion, bevor das Arbeitsgerät bei 62,13 Meter in den Rasen donnerte. Damit war Platz zwei zurückerobert, die Silbermedaille unter Dach und Fach. Die Konkurrenten klatschten anerkennend Beifall und freuten sich mit Melzer, als dieser mit breiter Brust den Wurfring verließ. Nur an die 63,85 Meter des neuen Deutschen Meisters Bruno Wedemann (Erfurter LAC), der mit insgesamt vier 60 Meter-Würfen überzeugte, kam Lukas Melzer nicht heran.
Drei Stunden später musste er dann seiner Schwester Hannah Trost spenden, die im Hammerwerfen der U20 drei „Ungültige“ fabrizierte und vorzeitig ausschied.
Jonathan Hummel, die nationale Nummer eins im Stabhochsprung der U18, wurde von seiner Trainerin Anjuli Knäsche, mehrfache Deutsche Meisterin im Stabhochsprung der Frauen und Cheftrainerin der LG Leinfelden-Echterdingen, optimal gecoacht. Der entscheidende Sprung war der über 4,85 Meter, den der erst 16-Jährige im ersten Versuch meisterte. Damit zog er der Konkurrenz den Zahn. Bereits zuvor hatte Hummel als Erster die 4,65 Meter und anschließend die 4,75 Meter übersprungen. Die 4,80 Meter hatte er mutig ausgelassen. Doch als der bis dahin zweitplatzierte Nicolas Tietze (SV Halle), mit einer Bestleistung von 4,90 Metern angereist, nach locker übersprungenen 4,65 Metern auf die 4,75 Meter verzichtete, dann aber drei Mal an 4,85 Meter scheiterte, war der Weg frei für den Leinfeldener. Zumal auch die Mitfavoriten Ben Sky Fischer (LAZ Ludwigsburg) und Leo Trumpp (TSV Gräfelfing) nicht über 4,65 Meter hinauskamen. So ging Silber an Tietze, Fischer und Trumpp teilten sich Bronze. „Nachdem ich 4,85 Meter im ersten Versuch geschafft hatte, habe ich 4,95 Meter auflegen lassen. Das wäre eine Verbesserung, meine persönliche Bestleistung um drei Zentimeter gewesen. Der letzte war dann auch echt knapp“, so der Jungspund im Interview nach dem Wettkampf.
Der U20-Landesmeister im Diskuswerfen, Konstantinos Pindonis (TSV Frickenhausen), der erst vor Kurzem mit einer Weite von 56,08 Meter aufhorchen ließ, erzielte gleich im ersten Versuch mit 50,66 Metern seine beste Weite in einem Wettkampf, in dem die ganz großen Weiten ausblieben. Vielleicht war es der frische Beton des neuen Rings, dem noch die letzte Glätte fehlt. Am besten zurecht kam Kelson De Carvalho (LG Steinlach-Zollern) der die 1,75 Kilo schwere Scheibe im dritten Durchgang auf 57,77 Meter beförderte und damit den deutschen Ranglistenersten, William Wolzenburg (TC Wattenscheid/54,86) auf Distanz hielt. Alle drei Athleten vertreten Deutschland bei der U20-EM in Tampere/Finnland (7. bis 10. August).
Für Benedikt Haym (LG Filder) war der dritte Platz über 800 Meter der U20 in neuer persönlicher Bestzeit von 1.51,28 Minuten der größte Erfolg seiner noch jungen Laufbahn. Während sich der 19-Jährige vom TV Nellingen im Halbfinale in 1.53,49 Minuten durchsetzen konnte, scheiterte sein Team-Kollege Janne Henschel in 1.55,70 Minuten als Vierter seines Vorlaufs am Finaleinzug. In diesem hielt sich Haym von Beginn an aussichtsreich in einer Fünfer-Führungsgruppe. Am Ende reichte die Kraft im Kampf um die Medaillenplätze. Schneller waren nur Joshua Hoffmann (SC Berlin/1.49,59) und Piet Hoyer (Königsteiner LV/1.49,86).
Läufer überzeugen
Mit zwei vierten Plätzen über 400 Meter Hürden glänzten Moritz Jäger und Nele Pfisterer von der LG Filder. Während Jäger im Finale in 53,42 Sekunden (bisher 54,19) persönliche Bestzeit lief und Bronze nur um 27 Hundertstelsekunden verpasste, schaffte es Pfisterer im Halbfinale in 62,52 Sekunden (bisher 62,96) in den Endlauf der besten acht, in dem sie in 63,86 Sekunden Siebte wurde.
Nach einem guten Halbfinal-Rennen von Lara Beinlich (LG Filder) über 800 Meter der U18 als Vierte in 2.14,59 Minuten (Bestleistung 2.12,69), reichte es für die 17-Jährige aus Neuhausen nicht ganz fürs Finale. Dafür hätte sie eine Zeit von 2.13,63 Minuten laufen müssen. Ähnlich erging es der 16-jährigen Nellingerin Isabel Paule, die über 200 Meter der U18 in persönlicher Bestzeit von 25,56 Sekunden knapp am B-Finale, für das sie 25,20 Sekunden gebraucht hätte, vorbeischlitterte.
Ein Achtungserfolg gelang Lena Stoppel aus Erkenbrechtsweiler. Die 17-Jährige die für den TV Rottenburg startet, wurde im Diskuswerfen der U18 mit 39,24 Metern Siebte.

