Kirchheim. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Mit einer entsprechend großen Erwartung waren rund 100 Zuschauer zum Kunstrasenplatz an der Jesinger Allee gepilgert. Ein richtig flottes Duell sollte es nach Wunsch der Besucher werden, doch diesen Gefallen taten die insgesamt 26 eingesetzten Fußballer nicht. Zu einseitig war das Match, bei den die einen (Catania) nicht mehr tun mussten als notwendig, die anderen (VfL), zumindest in Teilen der Mannschaft, nicht sonderlich in Derby-Laune schienen.
Für den AC Catania hat sich die Situation durch die nicht unbedingt erwarteten drei Zähler erheblich verbessert. Mit nunmehr 14 Punkten überflügelte das Team von Trainer Paul Lawall in der Tabelle nicht nur den VfL, sondern hat nur noch gerade einmal drei Zähler Rückstand auf den Tabellenneunten TSV Wendlingen. Der AC Catania auf dem Weg ins Mittelfeld? Zumindest stimmte bei den ACC-Kickern nach dem deprimierenden 5:6 in Berkheim die Einstellung, Schwächephasen wie vor einer Woche bei der denkwürdigen Pleite im Esslinger Teilort gab es keine.
Von Beginn an kontrollierte Catania das Spielgeschehen, das 1:0 durch Carmine Falco in der 18. Minute war bereits zu diesem frühen Zeitpunkt verdient. Nur zwei Minuten später gab es die einzige nennenswerte Torchance für den Lokalrivalen. Angreifer Josip Colic scheiterte aus kurzer Distanz, weil ein Catania-Akteur die Kugel in höchster Not von der Torlinie beförderte. Das war es auch schon in Sachen VfL-Offensivkraft. Verständlich, dass Trainer Jens Roth alles andere als zufrieden war mit dem Auftritt der U23 des Verbandsligisten. „Ich bin maßlos enttäuscht von der Einstellung einiger Spieler“, haderte der Coach nach dem Schlusspfiff. Abwehrspieler Nick Köber meinte Roth dabei sicherlich nicht, denn jener Köber war der eindeutig beste Akteur in einer ansonsten erschreckend schwachen Mannschaft.
Bezeichnenderweise war beim VfL ein Defensivspieler bester Mann, beim ACC einer aus der Offensive. Daniele Attorre markierte die Treffer zwei und drei für Catania und brachte mit seinen schwungvollen Aktionen die gegnerische Abwehr auch weitere Male in Verlegenheit. Freilich hatte der VfL Kirchheim auch ein größeres (Abwehr)problem. Verletzungen und private Termine hatten dafür gesorgt, dass die Viererabwehrkette völlig neu formiert werden musste. Zu allem Übel meldete sich mit Alexander Berg auch noch kurz vor dem Spiel ein Kicker aus dem Kirchheimer Verbandsligakader ab.
Ärgerliches somit auf VfL-Seite, große Zufriedenheit dagegen beim AC Catania. Der Frust nach dem denkwürdigen 5:6-Flop in Berkheim ist weitgehend vergessen. Auch deshalb, weil der Sieg gegen den Rivalen VfL hochverdient war.rei
VfL Kirchheim II: Cekic – Tatlici (40. Paulo), Özge, Jovanovic, Köber – Sagir (69. Marcelles), Babahmetovic (46. Kurfess), Sahin, Yandemir – Colic, Bezler
AC Catania Kirchheim: Lawall – Beller, Güllü (69. De Mitri), Falco, Altinkaya – Erhardt, Jungblut (83. Incorvaia), Aslan, Wongkaew, (60. Margheriti) – Daniele Attorre, Diego Attore
Tore: 0:1 Carmine Falco (18.), 0:2, 0:3 Daniele Attorre (51., 82.)
Schiedsrichter: Christian Cretnik (Schiedsrichtergruppe Calw)
Zuschauer: 100
