Fußball-Kreisliga A2
Leidenschaft schlägt Lethargie

Ein 0:7 im Derby gegen Neuffen kostet die SGEH Tabellenplatz eins. Die SG Owen/Unterlenningen und der FC Kirchheim überraschen.

Unerwartet klare Verhältnisse an der Spitze: Die SGEH (in Blau) kassierte vor eigenem Publikum im Hardtwald gegen Neuffen sieben Treffer. Foto: Markus Brändli

Nach 66 Minuten hatte sie genug gesehen. „Schiri, pfeif’ ab“, fordete ein weiblicher SGEH-Edelfan den sicher leitenden Unparteiischen Nasrettin Dikkat vom Spielfeldrand zum vorzeitigen Beenden des Matchs auf. Der Wunsch blieb natürlich unerfüllt, so mussten sich die Kicker der Sportgemeinschaft und ihr Anhang unter den 160 Derby-Betrachtern noch rund eine halbe Stunde quälen. Wobei die Betonung auf quälen liegt. Mit Genuss hatte das Match für die gastgebenden Kicker nicht nur wegen des tristen, regnerischen Wetters kaum etwas zu tun. „Keine Leidenschaft vorhanden“, attestierte folglich ein konsterniert wirkender SGEH-Trainer Mario Tumbas nach einem 0:7-Debakel gegen die Lokalkonkurrenz aus Neuffen seiner Mannschaft, dabei habe Leidenschaft sein Team in dieser Runde bislang ausgezeichnet.

„Ganz bitter“, kommentierte SGEH-Spiellenker Nico Spreitzer das Geschehen, in dem sein Team in 90 Minuten zu keiner nennenswerten Offensivaktion kam. Ganz anders unterwegs der neue Tabellenführer. „Wir hätten es nicht für möglich gehalten, dass es für uns hier oben so gut läuft“, jubilierte Tobias Spreitzer, Cousin des SGEH-Akteurs. Der quirlige Spreitzer im VfB-Dress glänzte mit zwei Assists und einem Treffer. Den Reigen eröffnet hatte Felix Hummel per Kopfballtor. Tim Sternemann überzeugte mit vier Treffern. Nach dem 3:5 in Neidlingen vergangenen Dienstag setzte es somit die zweite Klatsche fürs Tumbas-Team. 

FC-Matchplan geht voll auf 

Die SF Dettingen wollten gegen den FC Kirchheim nachlegen, den Anschluss zur Spitzengruppe wahren. Es blieb beim Vorhaben. „Mit einer Nicht-Leistung haben wir die gute Ausgangsposition nach den vergangenen Partien kaputt gemacht“, kommentierte SFD-Coach Simone Stuppia sauer klingend das 0:4 auf dem TG-Platz. Die Sportfreunde wurden dabei mehrfach klassisch ausgekontert. „Damit ist unser Matchplan voll aufgegangen, tiefer zu stehen, auf Konter zu setzen“, stellte FC-Spielertrainer Deni Kalfic nach der Partie mit einem Lächeln auf den Lippen fest. Auf den letzten Drücker hatten Deni und Mato Kalfic genügend Spieler fürs Match zusammenbekommen. „Allerdings saßen auch angeschlagene Akteure auf der Bank“, relativierte Deni Kalfic.

Huonker steht goldrichtig

Der TV Neidlingen holte fünf Tage nach dem Triumph über die SGEH in Altdorf einen Zähler. Trainer Christopher Andrä kann mit dem Punkt offenbar gut leben: „Schließlich waren wir ab Mitte der zweiten Halbzeit in Unterzahl.“ Marius Fischer erhielt nach einem Foul von Schiedsrichter Ulrich Barth per Gelb-Rot die Option zum vorzetigen Duschen. Sebastian Huonker stand in der 86. Minute nach einem Eckball goldrichtig, besorgte per Kopfball den 2:2-Endstand.

Wenn die SG Owen/Unterlenningen in dieser Saison den Platz betritt, folgen meist wilde Minuten. Mittlerweile kristallisiert sich ein ungewöhnlicher Trend heraus: nach extrem deftigen Auswärtsniederlagen daheim zu siegen. Dem 0:8 in Oberensingen folgt ein 4:1 gegen Neckartailfingen, dem 3:6 beim FV 09 Nürtingen ein 3:2 gegen den TV Neidlingen – und nun nach dem 0:7 in Neuffen ein 5:2 gegen den TSV Linsenhofen. „Da fragt man sich natürlich schon, warum es nicht immer so gut wie in den Heimspielen läuft“, wirft SG-Sprecher Marc Schmohl in den Raum, ohne eine definitive Antwort zu kennen.

Aydemir zaubert

Gegen den Tabellenletzten TSV Linsenhofen sorgte Oguzhan Aydemir mit seinem Treffer zum 5:2 für Verzücken. „Ein Treffer von der Marke Tor des Monats“, für Schmohl. Aydemir schlenzte den Ball bei einem Freistoß über die Mauer hinweg in den rechten Torwinkel, gleichbdeutend mit der endgültigen Entscheidung in Owen.

Aufs Kicken verzichten mussten am Freitagabend die Fußballer des TSV Harthausen und des FV 09 Nürtingen. Referee Verdan Marinovic sah sich wegen einer hartnäckigen Nebelbank nicht in der Lage, die Partie ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen. „Man hat von einem Sechzehnmeterraum nicht zum anderen gesehen“, bestätigte auch Nürtingens Sprecher Fabian Kindermann.