Echterdingen. Was ist nur mit der SG los, fragten sich enttäuschte Fans, die ihre Mannschaft nach Echterdingen begleitet hatten. Nach dem Tiefpunkt vor 14 Tagen gegen Hegensberg-Liebersbronn folgte nun ein weiterer Abwärtstrend. Da trat eine Mannschaft auf, der jegliches Selbstbewusstsein abhandengekommen war.
Lenningen kam gar nicht ins Spiel. Gleich zu Beginn wurden drei Großchancen nicht genutzt. Bereits nach acht Minuten legte Klaus Wöller beim Stande von 0:4 den grünen Karton auf den Tisch. Die HSG beeindruckte im gebundenen Spiel und stieß immer wieder in die Abwehrlücken. Wöllers Ansprache wirkte nur bis zur 17. Minute. Da hatte Ricki Austen zum 5:5 ausgeglichen. Nicht zu stoppen war Benjamin Schwarz. Der technisch versierte HSG-Spielmacher düpierte die SG-Abwehr und spielte kluge Pässe. Genau das war ein Manko bei den Gästen, die spielerisch nichts entgegenzusetzen hatten.
Und selbst dann, wenn sich gute Chancen boten, fehlte es am Abschluss. Diese Schwäche steckte nahezu in jedem SG-Trikot. Nur ein Beispiel: Florian Dieterich startete aus der eigenen Hälfte ein Solo, um dann völlig unbedrängt einzuwerfen – Tor. Nein, er hatte übertreten. Dass die Gäste zur Halbzeit nur 9:14 im Rückstand lagen, war der guten Torhüterleistung von Matthias Carrle und dem Durchsetzungsvermögen von Jan Lamparter zu verdanken.
Lenningens Torgaranten Ricki Austen und Timo Haid konnten ihre Qualitäten nicht einsetzen, auch deshalb, weil die SG in der Vorwärtsbewegung Tempo und Spielwitz vermissen ließ. Die HSG-Abwehr war sehr gut sortiert und genau dies ließen die Lenninger vermissen. In der Abwehr herrschte eine völlige Orientierungslosigkeit. Bereits in der 40. Minute waren die Gastgeber auf 18:12 davongezogen. Lenningen konnte im Spielaufbau keine Ballgeschwindigkeit erzeugen. Die Folge waren zu schnelle und unvorbereitete Abschlüsse. Da hatten Florian Alber, Jannick Strifler und Benjamin Schwarz leichtes Spiel, die SG-Abwehr zu überlaufen.
In den letzten 15 Minuten wurden die Gäste vorgeführt. Beim 17:25 (52.) zeichnete sich der Kantersieg der HSG ab. Für die SG endete es wie es begann: zwei Großmöglichkeiten von Robin Renz und Christoph Wald blieben ungenutzt. Dennoch gab es einen Hoffnungsschimmer: Youngster Kevin Ringelspacher zeigte bei seinem Kurzeinsatz mit drei Toren, welches Potenzial in ihm steckt.döl
Leinfelden-Echterdingen: Locher, Wirtz – B. Schwarz (8/2), Alber (5), Bäuchle (4), Strifler (4), S. Schwarz (3), Haunschlid (2), Volks (2), Hohaus (1), Docters, Hachtel, Moser.
SG Lenningen: Carrle, H. Lamparter – J. Lamparter (5), O. Ringelspacher (4/2), K. Ringelspacher (3), Austen (2), Dieterich (2), Wald (2), Bächle (1), Haid (1), Renz (1) Pisch, Schmid, Schur.
