Leichtahtletik
LG Teck verliert Top-Trio an die LG Filder

Der Wechsel von Sören Butter, Tom Schumacher und Marvin Schmid sorgt für Gesprächsstoff.

Marvin Schmid hatte zuletzt im Neunkampf überzeugt. Foto: pr
Marvin Schmid hatte zuletzt im Neunkampf überzeugt. Foto: pr

Einmal im Jahr, zwischen 1. Oktober und 30. November, besteht für die Leichtathleten die Möglichkeit, sich einem neuen Verein anzuschließen. Allein der Landesverband Baden-Württemberg vermeldete zum Ende der Wechselfrist 169 Ummeldungen, eine Zahl, die allerdings nicht sonderlich aus dem Rahmen fällt. Interessanter sind die Namen, die auf den Wechsellisten stehen. Mit der WM-Fünften im Siebenkampf, Sandrina Sprengel, hat die Region ihr Aushängeschild verloren. Die 21-Jährige von der LG Steinlach-Zollern hat beim VfB Stuttgart, wo auch Zehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer unter Vertrag steht, eine neue sportliche Heimat gefunden.

Im Leichtathletikkreis Esslingen hat sich das Wechselbarometer nur mäßig bewegt. Elf Wechsel sind gerade mal rund die Hälfte der vergangenen Jahre. Schaut man jedoch genauer in die Listen, fällt mit Sören Butter (17) Tom Schumacher (18) und Marvin Schmid (15) ein jugendliches Trio auf, das in diesem Jahr für etliche sportliche Highlights gesorgt hat. Alle drei Athleten stammen von der LG Teck und wechseln nun zur LG Filder, genauer gesagt zum Stammverein TSV Köngen – ein Novum in der 56-jährigen Vereinshistorie der LG Teck.

Für Zehnkämpfer Schumacher lag ein Wechsel auf der Hand, weil die LG Teck derzeit keinen Trainer hat, um einen Mehrkämpfer ganzheitlich ausbilden und betreuen zu können.

Der Wechsel des amtierenden baden-württembergischen und süddeutschen U18-Jugendmeisters im Hochsprung (Bestleistung 1,91 Meter) Sören Butter, der in der kommenden Saison in die U20 hochrückt, kam da eher überraschend. Gleiches gilt für den Abgang des 15-jährigen Marvin Schmid, der sich zuletzt im Neunkampf der U16 mit 5118 Punkten in die Deutsche Top-20 Rangliste katapultiert hatte. Trotz dieser Leistung wurde Schmid für die Saison 2026 nicht für den Landeskader „Mehrkampf“ bei der Altersklasse U18 berücksichtigt. Der Youngster bleibt ein weiteres Jahr bei Speerwurf-Landestrainer Karsten Thumm, der bei Schmid (Bestleistung 50,68 Meter) weiteres Potenzial sieht. Schon aus diesem Grund drängte sich ein Wechsel nicht auf, zumal Kaderathleten am Olympiastützpunkt Stuttgart bestens versorgt sind. Durchs Raster fiel allerdings Sören Butter, der es bei der U20 nicht in den Landeskader geschafft hatte, mit dem ehemaligen Zehnkämpfer Peter Sigel bei der LG Teck jedoch gut aufgehoben war.

Pikant in diesem Wechsel-Zusammenhang ist die Tatsache, dass der TSV Köngen den ehemaligen WLV-Verbands- und LG Teck-Trainer, Rene Struensee (Weilheim), zum Wiedereinstieg ins Traineramt bewegen konnte. Für die LG Teck war ein weiteres Engagement aus persönlichen Gründen nicht infrage gekommen.

In der Konsequenz ist der LG Teck damit ein Jugendteam auseinandergefallen, das im kommenden Jahr in Baden-Württemberg kaum zu schlagen gewesen wäre, zumal mit dem Deutschen U18-Vizemeister im Hammerwerfen, Lukas Melzer, ein weiterer Hochkaräter sowie weitere aufstrebende Jugendliche das Team hätten verstärken können.

Den Kreis komplett verlassen haben Nils Bubeck (LG Filder) und Livia Ruf vom TSV Baltmannsweiler. Während bei dem 15-jährigen Stabhochspringer (Bestleistung 4,30 Meter) ein Wechsel zur mehrfachen Deutschen Stabhochsprungmeisterin Anjuli Knäsche (VfB Stuttgart), die in den vergangenen Jahren die LG Leinfelden-Echterdingen zur Stabhochsprung-Hochburg entwickelt hat, auf der Hand lag, kam der Wechsel der 14-jährigen Ruf zur SG Schorndorf etwas überraschend.