Eine „Col de“ ist die Hepsisauer Steige ja schon. Nun weht auch noch ein Hauch von Tour de France auf dem Weg hinauf zum Randecker Maar. Seit einigen Tagen ziert die Straße ein ganz besonderer Gruß an Florian Lipowitz, „unser“ Teilnehmer am wohl bekanntesten und bedeutendsten Radrennen der Welt. Neben kleinen, weißen Trikots – der 24-Jährige hatte das Jersey in der Gesamtwertung der Tour de France als bestplatzierter Jungprofi getragen – steht in Großbuchstaben „Lipo“ auf der Straße, außerdem in gelb der „Tour de France“-Schriftzug. Der Bezug zu dem aus Laichingen stammenden Fahrer des Red Bull-Bora-Hansgrohe-Teams ist dabei alles andere als weit hergeholt. „Florian Lipowitz fährt hier an der Steige oft seine Intervalle“, weiß Philipp Molter, einer der Urheber der „Albstoiga“-Beschilderung, die inzwischen an der Ochsenwanger, der Hepsisauer und der Neuffener Steige angebracht ist.
Wer für den Schriftzug auf der Straße verantwortlich ist, war aus der lokalen Radsport-Community nicht zu erfahren. „Wir waren nur für die Lipo-Fankurve bei der Tour de France in La Plagne, bei Etappe 19 verantwortlich“, erklärt Philipp Molter, der dort gemeinsam mit seinen Mitstreitern Leo Ebner und Pirmin Sigel hingereist war, um den einstigen deutschen Schülermeister im Biathlon zu unterstützen. Dass der Laichinger zum Überraschungsstar der Tour und am Ende sogar Dritter werden würde, konnte vor einem Jahr bei der Einweihung der „Col de Hepsisau“ noch keiner ahnen. Damals hatte sich „Lipo“ völlig ungestört unter die anderen Besucher gemischt und mit Mountainbiker Luca Schwarzbauer das letzte Schild montiert. Mittlerweile kann der 24-Jährige wohl kaum noch unterwegs sein, ohne Autogramme schreiben zu müssen. Von denen wird es auch am Samstag kommender Woche einige geben, wenn der Shootingstar um 14 Uhr offiziell auf dem Laichinger Marktplatz begrüßt wird. Und wenn der Radprofi schon mal in der Nähe ist, fährt er vielleicht auch die Hepsisauer Steige hoch.

