Die Vereinshistorie rückte beim Neujahrsempfang der Turngemeinde Kirchheim in den Mittelpunkt – Dämpfer für das VfL-Vereinssportzentrum
Mit frischer Zuversicht ins Jahr des 100-jährigen Bestehens

Es war ein Auftakt nach Maß: im Jahr des 100-jährigen Jubiläums der Turngemeinde Kirchheim stellte der traditionelle Neujahrsempfang am Dreikönigstag quasi den Einstieg in die Feierlichkeiten des Sportvereins dar. Gäste aus Politik, Verwaltung, Kultur und Sport waren der Einladung gefolgt und erfreuten sich vor allem am vereinsgeschichtlichen Abriss der TG-Vorsitzenden Silvia Kretzschmar.

Kirchheim. Einen „etwas anderen“ Neujahrsempfang hatte die Turngemeinde aufgrund der Jubiläumsaktivitäten angekündigt. Und in der Tat war nicht nur die Raumaufteilung im Saal des Vereinsheims leicht geändert und das Buffet feiner bestückt worden. Erstmals sorgte mit der Combo „Pique 4“ eine ganze Band für die musikalische Umrahmung der Matinee. Alle Redner verzichteten darüber hinaus auf die sonst übliche und ausführliche „Tour d’Horizon“ – und ließen der Vereinsvorsitzenden Silvia Kretzschmar damit Zeit und Spielraum für den im Jubiläumsjahr angezeigten vereinsgeschichtlichen Exkurs.

Kretzschmar berichtete von den Anfängen der Turngemeinde, die 1912 auf Antrag des damaligen Spiel-und Wanderklubs gegründet und im Arbeiter Turn- und Sportbund aufgenommen worden war. Nach der Fahnenweihe 1927 sei die TG bis zum Jahr 1933 zum größten und aktivsten Sportverein in Kirchheim aufgestiegen, um nach Hitlers Machtergreifung im März 1933 aufgelöst und 1947 neu gegründet zu werden.

Ständig, führte Kretzschmar weiter aus, sei die Sportanlage und das Sporthaus überwiegend in Eigenleistung der Mitglieder erweitert und modernisiert worden. Die Weichen für die nahe Zukunft seien seitens des Vorstandes und der Ausschüsse gestellt. „Wir gehen mit Zuversicht in unser Jubiläumsjahr“, sagte sie.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker erinnerte daran, dass sich in der Vereinsgeschichte der Turngemeinde auch die deutsche Geschichte widerspiegele: die Gründung sei quasi die notwendige Reaktion auf die Auswüchse der Wilhelminischen Zeit gewesen.

Bezogen auf den Mikrokosmos Kirchheim sendete das Stadtoberhaupt positive Signale in Sachen Hallenbadneubau und wollte dies auch

als klaren Hinweis verstanden wissen: Es werde bereits an einer Standortentscheidung für ein neues Bad gearbeitet. Einen leichten Dämpfer habe es dafür in punkto VfL-Vereinssportzentrum gegeben, dessen Finanzierungsbestandteil bekanntermaßen eine Bürgschaft durch die Stadt sei. Ein Telefongespräch habe in dieser Woche ergeben, dass das zur Genehmigung angerufene Regierungspräsidium das Thema, auch wegen oftmals mangelnder Abgrenzung zur kommerziellen Nutzung, dem Innenministerium zur Grundsatzentscheidung vorgelegt habe.

Eine klare Zustimmung zu dem Projekt gab es von Hermann Schnizler, dem neuen Vorsitzenden des Stadtverbandes für Leibesübungen: „Hier können Mittel erwirtschaftet werden, die dem Sport direkt wieder zugute kommen.“