Weilheim. Am Ende lagen sie sich in den Armen, jubelten, stimmten Sieggesänge an. Doch vor dieser Kür stand für die VfL-Truppe von Stefan Haußmann die harte Pflicht eines Finales, in dem nur eines zählte: der offene Schlagabtausch mit Bezirksligameister SC Geislingen. Insgesamt sieben Minuten ließ Schiedsrichter Andreas Iby verletzungsbedingt nachspielen, in denen VfL-Schlussmann Fabian Dörre erst fast zur tragischen, dann zur triumphierenden Figur avancierte.
Nach einigen guten Paraden passierte dem Kirchheimer Torspieler in der zweiten Minute der Nachspielzeit ein folgenschwerer Fauxpas, als er den Ball im eigenen Strafraum zweimal in die Hand nahm. Den fälligen indirekten Freistoß aus sieben Metern Entfernung semmelte SCG-Co-Trainer Benjamin Geiger an den Pfosten. Kurz darauf rettete Dörre in höchster Not und mit tollen Reflexen erst gegen Jasmin Suvalic (90.+4), dann gegen Daniel Zuljevic (90.+6), ehe der erlösende Schlusspfiff durchs weite Rund des Lindachstadions schallte und die Kirchheimer zur Siegesfeier schritten.
Zuvor hatte der SCG die Partie in der ersten Halbzeit klar dominiert. Doch anders als im Halbfinale am Donnerstag, als die Geislinger gegen den FTSV Kuchen aus fünf Chancen vier Tore produzierten, versagten gestern die Nerven. Pietro de Lucia (16.), Burak Selcuk (22.) und Daniel Zuljevic (32.) vergaben beste Möglichkeiten, verdient in Führung zu gehen. Der VfL agierte in dieser Phase viel zu passiv und war nur nach Standardsituationen einigermaßen gefährlich.
Nach dem Seitenwechsel ereilte die Haußmann-Truppe schnell das Verletzungspech. Marcel Helber und Ahmet Fidan prallten zusammen. Während Fidan nach längerer Behandlung einer Platzwunde weitermachen konnte, war für Talent Helber die Partie mit einem Nasenbeinbruch zu Ende. Später reihte sich noch Rechtsverteidiger Besnor Jusufi mit einer Wadenverletzung in die Lazarettreihe ein.
Just in dieser Phase und in Unterzahl gelang Caruana mit einem Kunstschuss aus gut 20 Metern Entfernung das völlig überraschende 0:1 (55.). Solchermaßen beflügelt spielte die U23 des VfL plötzlich wie aus einem Guss und hatte weitere gute Chancen durch Stefan Kammerer (60.), Antonio Tunjic (75.) und Marcel Hofbauer (87.), die jedoch allesamt verpassten. Zudem setzte Caruana noch einen an Kammerer verschuldeten Foulelfmeter an die Latte (61.). Erst kurz vor dem Ende ließ der Kirchheimer Druck wieder nach und erlaubte dem SCG die Kontrolle über die Nachspielzeit.
Für Benjamin Geiger, der von Chefcoach Andreas Strehle die Aufgabe hatte, die Pokalbegegnungen zu coachen, war die Niederlage kein Beinbruch: „Es war ein Spiel zweier Teams auf Augenhöhe. Der VfL hat in einem würdigen Finale nicht unverdient gewonnen.“ VfL-Trainer Haußmann freute sich derweil: „Das war die Krönung einer erfolgreichen Saison. Den Sieg haben wir uns in der zweiten Halbzeit verdient.“
