Seit Donnerstagnacht um 0:01 Uhr ist Kirchheims rasende Postbotin Birgit Zimmermann mit ihrem Rad vom Nordkap nach Tarifa unterwegs. Die Bedingungen zum Start waren allerdings alles andere als freundlich. „Die ganze Helligkeit nützt wenig bei dichtem Nebel, starkem Wind und Dauerregen“, berichtete die Lindorferin, die eigentlich gleich mal 240 Kilometer runterreißen wollte, nach 120 aber Feierabend machte. „Immerhin habe ich ein paar Rentiere gesehen.“ Als Teckboten-Austrägerin ist Birgit Zimmermann eher eine Nachteule, deshalb kommt es ihrem „normalen“ Rhythmus auch entgegen, dort morgens um 2 Uhr loszufahren. „Da scheint hier ja die Sonne, und die Stechmücken sind noch nicht so aktiv“, berichet die Ortschaftsrätin, die sich den zweiten Tag in zwei Etappen aufteilte, unterbrochen von einem ausgedehnten Mittagsschlaf auf einem Zeltplatz. So kam sie an Tag drei nach einer traumhaften Nachtfahrt mit Musik von Kurt Cobain im Ohr morgens um 5 Uhr in Kautokeino an. Wie immer muss die Lindorferin vor Ort erstmal schauen, wann wo ein Supermarkt offen hat, um sich mit dem nötigen Proviant einzudecken. „Weil ich erst um 11 Uhr los bin, hat es leider nur für 82 Kilometer gereicht, aber immerhin habe ich die norwegisch-finnische Grenze passiert.“ Am gestrigen Sonntag ging es dann von Enontekiö nach Kittilä. Nach der schwierigen Suche nach einer Tasse Kaffee unterwegs und nervigen Stechmücken in den Pausen wartete immerhin ein „wunderschönes Zimmer in einem privat betriebenen Hotel“ auf die Lindorferin. Dank eines Supermarktes um die Ecke, der sogar sonntags offen hat, war auch die Verpflegung für die Weiterfahrt gesichert. „So kann ich gestärkt bis Rovaniemi durchfahren.“
Mit Kurt Cobain der Sonne entgegen

